25/07/2026 13:04 - Actualidad
Seit jeher wird uns gelehrt, dass die Erde eine perfekte Kugel oder bestenfalls ein an den Polen leicht abgeplattetes Ellipsoid sei. Doch die National Aeronautics and Space Administration (NASA) hat die Welt erneut mit einem aufschlussreichen animierten Video überrascht, das diese Perspektive für immer verändert. Wie die Agentur am 25. Juli 2026 mitteilte, hat unser Planet eine weitaus komplexere und faszinierendere Form, die wissenschaftlich als Geoid bekannt ist.
Der Wissenschaftler Michael Watkins vom Jet Propulsion Laboratory (JPL) der NASA erklärte, dass diese unregelmäßige Form durch die Schwerkraft der Erde selbst geformt wird. Da die Verteilung der Materialien in den Tiefen des Planeten nicht gleichmäßig ist, weist das Gravitationsfeld das auf, was der Experte als Hügel und Täler beschrieb.
In geodätischen Begriffen wird das Geoid als eine Äquipotentialfläche des Gravitationsfeldes der Erde definiert. Einfacher ausgedrückt: Es ist die Form, die der mittlere Meeresspiegel annehmen würde, wenn das Wasser vollständig in Ruhe wäre – ohne Wellen, Winde oder Gezeiten – und sich unterirdisch unter den Kontinenten ausdehnen würde.
Da Gesteine, Berge und innere Schichten der Erde unterschiedliche Massen und Dichten aufweisen, zieht die Schwerkraft das Wasser je nach Region mit mehr oder weniger Kraft an. Dies erzeugt kleine, aber signifikante Variationen, die die wahre physische Struktur unseres Zuhauses bestimmen.
Als die von der NASA nachgebildeten Bilder in den sozialen Medien viral gingen, tauchten schnell lustige Vergleiche auf. Viele Nutzer behaupteten, die Erde sehe aus wie eine verbeulte Kartoffel aufgrund ihrer auffälligen Unregelmäßigkeiten.
Watkins stellte jedoch ein entscheidendes Detail klar: Die Wissenschaftler übertreiben die vertikale Skala des Geoids um bis zu 10.000 % (zwischen 7.000 und 10.000 Mal), damit die subtilen Gravitationsvariationen mit bloßem Auge sichtbar werden. Im realen Maßstab würde sich die Oberfläche des Geoids, wenn man es in der Hand halten könnte, so glatt wie eine Billardkugel anfühlen.
Die Karte zeigte, dass die Höhe des Geoids von einem Maximum von 85 Metern in Island bis zu einem Minimum von -106 Metern unter dem mittleren Niveau im Süden Indiens variiert.
Watkins erklärte, dass die Erde zwei Gesichter hat: das, das wir auf dem Papier berechnen, und das, das tatsächlich nach den Gesetzen der Physik existiert. Das Ellipsoid ist ein glatter geometrischer Körper, ähnlich einem Rugbyball, der zur Berechnung von Koordinaten verwendet wird. Das Geoid hingegen spiegelt die wahre physikalische Natur basierend auf der Schwerkraft wider.
Um diese Meisterleistung zu vollbringen, verarbeiteten die technischen Teams mehr als 1 Milliarde Beobachtungen, die über 15 Jahre mit 19 Satelliten gewonnen wurden. Unverzichtbar war der Beitrag von wegweisenden Missionen wie GRACE (Gravity Recovery and Climate Experiment) und dem globalen Modell GOCO06s, das Daten der Europäischen Weltraumorganisation (ESA) und des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) kombinierte.
Diese Missionen kartierten das Gravitationsfeld der Erde mit nahezu millimetergenauer Präzision und ermöglichen es uns, den Wasserkreislauf, die Verfügbarkeit von Grundwasser und den Anstieg des Meeresspiegels besser zu verstehen.
Quellen: Radio 3 Cadena Patagonia, La Voz, Clarín, La Nación
Alfredo S. Quiroga