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ANMAT erlaubt rezeptfreien Verkauf von 10 Medikamenten: Was sich ändert

28/07/2026 09:04 - Salud

Ein Schritt zu mehr direkter Gesundheitsversorgung

Die Administración Nacional de Medicamentos, Alimentos y Tecnología Médica (ANMAT) – Argentiniens Äquivalent zur FDA – hat eine Maßnahme offiziell gemacht, die das Leben der Patienten vereinfacht. Mit der Verfügung 4714/2026, veröffentlicht im argentinischen Amtsblatt am 28. Juli 2026, wurde der rezeptfreie Verkauf von zehn Wirkstoffen für Beschwerden geringer Komplexität genehmigt. Die Regelung tritt am 29. Juli 2026 in Kraft.

Welche Medikamente sind betroffen?

Die Liste umfasst Produkte zur oralen, ophthalmologischen und topischen Anwendung, die zur Linderung leichter und leicht erkennbarer Symptome dienen:

  • Trimebutinmaleat (100 mg): gegen Verdauungsstörungen.
  • Levocetirizindihydrochlorid (5 mg): Antiallergikum.
  • Fexofenadinhydrochlorid (60 und 120 mg): Antiallergikum.
  • Dimenhydrinat (50 mg): gegen Reisekrankheit.
  • Carboxymethylcystein (5%): gegen Husten mit Auswurf.
  • Nafazolin + Pheniramin (Augentropfen): gegen Augenallergien.
  • Olopatadinhydrochlorid (Augentropfen): antiallergisch für die Augen.
  • Aluminiumchlorid-Hexahydrat (20% topisch): gegen übermäßiges Schwitzen.
  • Calciumcarbonat, Arnika und Silbernitrat (oral/topisch): bei Mund- und Hautbeschwerden.
  • Ivermectin (0,5% Lotion topisch): Antiparasitikum für die Haut.

Was bedeutet die Änderung?

Durch die Einstufung als rezeptfrei entfällt die Notwendigkeit eines ärztlichen Rezepts. Allerdings gibt es einen wichtigen finanziellen Aspekt: Da die Medikamente nicht mehr verschreibungspflichtig sind, verlieren sie die Pflichtrabatte, die Krankenkassen (obras sociales) und private Versicherungen (prepagas) gewähren müssen.

Die Hersteller müssen zudem neue Chargen anpassen. Verpackungen nach Inkrafttreten der Regelung müssen den Hinweis „Venta Libre“ (rezeptfrei) tragen, einen QR-Code mit Zugang zur vollständigen Packungsbeilage enthalten und die Dosierung sowie die Behandlungsdauer strikt einhalten.

Sicherheit und internationale Anerkennung

Die Entscheidung wurde nicht überstürzt getroffen. Die ANMAT prüfte, dass diese Medikamente mindestens fünf Jahre lang in Argentinien rezeptpflichtig waren, ohne dass schwerwiegende Nebenwirkungen gemeldet wurden. Zudem stützte man sich auf Erfahrungen internationaler Gesundheitsbehörden mit hohen Sicherheitsstandards, die den rezeptfreien Verkauf bereits genehmigt hatten, darunter die FDA (USA), EMA (Europa), ANVISA (Brasilien) und INVIMA (Kolumbien).

Dieser Prozess basiert auf der Resolution 284/2024 des argentinischen Gesundheitsministeriums, die die ANMAT mit der Überprüfung der Abgabebedingungen beauftragte. Ein erfolgreicher Präzedenzfall war die Freigabe von Protonenpumpenhemmern (Prazole), deren Preise nach der Liberalisierung deutlich weniger stiegen als die allgemeine Inflation – ein Zeichen dafür, dass die Maßnahme den Zugang verbessert, ohne spekulative Verzerrungen zu verursachen.

Quellen: Infobae und La Nación

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