Ein Besuch mit Signalwirkung: Georgieva in Vaca Muerta
Die geschäftige Reise von Kristalina Georgieva, der Direktorin des Internationalen Währungsfonds (IWF), endete am 28. Juli 2026 mit einem Highlight: einer Besichtigung des Ölfelds Loma Campana in der Schieferöl-Region Vaca Muerta. Begleitet von Wirtschaftsminister Luis Caputo und YPF-Chef Horacio Marín, besichtigte sie eine hochmoderne Bohrplattform.
Georgieva war am Vormittag am Flughafen Presidente Perón in Neuquén gelandet und wurde vom Gouverneur Rolando Figueroa empfangen. Während des Rundgangs betonte Marín das "enorme Potenzial Argentiniens, ein globaler Energieexporteur zu werden". Bereits am Vortag hatte die IWF-Chefin die wirtschaftliche Erholung gelobt: Die Inflation sei von 250 % auf 30 % pro Jahr gesunken, die Reserven der Zentralbank (BCRA) hätten die Marke von 49 Milliarden US-Dollar überschritten.
Abendessen mit dem "roten Kreis" der Wirtschaft
Am Montagabend war Georgieva Gastgeberin eines exklusiven Abendessens im Palacio Duhau im Nobelviertel Recoleta. Ohne Regierungsvertreter traf sie sich mit einem Dutzend der einflussreichsten Unternehmer des Landes.
Zu den Gästen zählten Eduardo Elsztain (IRSA), Jorge Brito (Banco Macro), Marcos Bulgheroni (PAE), Juan Martín de la Serna (Mercado Libre) und Pierpaolo Barbieri (Ualá) – Persönlichkeiten aus Energie, Finanzen und Technologie. Die IWF-Chefin nutzte das Gespräch, um die Herausforderungen des nationalen Wirtschaftsplans auszuloten.
Politische Gegenwehr: Antrag auf "Persona non grata"
Während die Regierung den internationalen Rückhalt feierte, brodelte es in der Stadt La Plata. Der Gemeinderat brachte einen Erlass (Nr. 81597) ein, um Georgieva zur "unerwünschten Person" zu erklären. Der Vorstoß des Blocks Fuerza Patria vom 24. Juli begründet dies mit der Unterstützung des IWF für die Sparpolitik.
Die Stadträtin Josefina Bolis erklärte, der Besuch sei "eine Unterstützung für den fiskalischen Sparkurs ohne soziales Gleichgewicht und für das extraktivistische Modell". Ein ähnlicher Antrag wurde auch im nationalen Abgeordnetenhaus von Abgeordneten der Unión por la Patria eingebracht.
Mileis Parallel-Agenda: Peru und Zentralbank-Reform
Präsident Javier Milei weilte derweil in Lima, Peru, um an der Amtseinführung der neuen Präsidentin Keiko Fujimori teilzunehmen – ebenfalls am 28. Juli. Vor der Zeremonie traf er sich mit Fujimori im Torre-Tagle-Palast, um die bilaterale Zusammenarbeit in Wirtschaft, Sicherheit und Technologie zu stärken.
Neben der Machtübergabe erhielt Milei an der Universität San Martín de Porres die Ehrendoktorwürde. Aus dem Präsidentenpalast Casa Rosada wurde zudem bestätigt: Milei wird am Donnerstag, den 30. Juli, um 20:00 Uhr eine landesweite Fernsehansprache halten, um die Reform der Zentralbank-Satzung zu erläutern. Die Regierungssprecher verteidigten zudem die Haltung gegenüber der diplomatischen Eskalation mit Brasilien und betonten, die Differenzen mit Lula da Silva seien ideologischer, nicht diplomatischer Natur.