Das argentinische Wirtschaftsministerium unter Luis Caputo muss im August 2026 Schulden in Höhe von 21,1 Billionen Pesos zurückzahlen. Die erste Prüfung folgt am 14. August mit einer Anleihe-Auktion über 4,5 Billionen, während die Zentralbank ein Gleichgewicht zwischen Zinsen und einem Dollar nahe 1.500 Pesos halten muss. Der Plan umfasst ein breites Instrumenten-Menü und die Wiedereröffnung der Bonar 2029.

Die Herausforderung im August: 21,1 Billionen Pesos

Der argentinische Staat steht im August 2026 vor einem entscheidenden Monat in der Schuldenverwaltung. Insgesamt müssen 21,1 Billionen argentinische Pesos (ARS) zurückgezahlt werden. Die erste große Prüfung folgt am Freitag, den 14. August, wenn eine im April begebene Lecap (Lettre de Crédit Ajustable du Peso) in Höhe von 4,5 Billionen ARS fällig wird – vollständig in privater Hand.

Laut dem Analysten Valentín Gómez García von Adcap Grupo Financiero, zitiert von der Zeitung Ámbito, ist dieser erste Betrag "nicht besonders herausfordernd", da die letzten zehn Auktionen im Durchschnitt Fälligkeiten von etwa 8,8 Billionen ARS aufwiesen. Allerdings warnt er, dass die zweite Auktion des Monats eine größere Belastung darstellt: Am 31. August stehen 16,6 Billionen ARS zur Rückzahlung an.

Das Instrumenten-Menü: fünf Optionen für den Markt

Die Finanzsekretärin Federico Furiase kündigte am Montag an, dass bei der Auktion am Mittwoch, den 12. August, fünf Instrumente angeboten werden. Angebote werden zwischen 10:00 und 15:00 Uhr entgegengenommen, die Abwicklung erfolgt am Freitag, den 14. August.

Instrument Typ Fälligkeit Währung
Lecap S30N6Fester Zinssatz30/11/2026Pesos
Lecer X29E7Angepasst an CER (Inflation)29/01/2027Pesos
D30S6Dollar-Linked (Wiedereröffnung)30/09/2026Pesos (an USD gekoppelt)
Lelink neuDollar-Linked30/10/2026Pesos (an USD gekoppelt)
Bonar 2029 (AO29)Hard-Dollar31/10/2029US-Dollar

Was sind Dollar-Linked-Instrumente?

Dollar-Linked-Titel werden in Pesos begeben, ihre Rendite ist jedoch an die Entwicklung des offiziellen Dollars gekoppelt. Die Zeichnung erfolgt zum Wechselkurs A3500 vom Dienstag, den 11. August, und die Rückzahlung in lokaler Währung hängt von der späteren Wechselkursentwicklung ab. Sie bieten Anlegern einen Schutz gegen Abwertung, ohne dass sie direkt Devisen kaufen müssen.

Das Dilemma der Zentralbank: Zinsen gegen Dollar

Die Zentralbank der Argentinischen Republik (BCRA) unter der Leitung von Santiago Bausili steht vor einem heiklen Balanceakt. Ihre Strategie zur Inflationsbekämpfung besteht darin, die Liquidität einzuschränken – unter anderem durch den Verkauf von Dollar-Linked-Anleihen am Sekundärmarkt. Das entzieht dem System Pesos, erhöht aber den Druck auf die kurzfristigen Zinsen.

Der Leitzins bleibt bei 23 % pro Jahr, doch Analysten warnen, dass dieses Niveau zunehmend schwer zu halten ist. Laut der Beratungsfirma PPI muss das Wirtschaftsteam "zwischen stabilen Pesos-Zinsen und Maßnahmen zur Verhinderung eines Dollar-Anstiegs über 1.500 wählen".

Ein Rollover unter 100 % – also die Nicht-Verlängerung der gesamten fälligen Schulden – könnte vom Schatzamt genutzt werden, um Liquidität in den Markt zurückzugeben und die Tagesgeldzinsen zu stabilisieren. Die Kehrseite wäre, dass mehr verfügbare Pesos den Wechselkurs erneut unter Druck setzen könnten, der in den letzten Tagen bereits die Zone von 1.500 ARS berührte.

Dollarkurse (Schlussstand 10.08.2026)

  • Dollar BNA (Verkauf)1.520 ARS
  • Dollar Blue (parallel)1.535 ARS
  • Dollar MEP1.523,94 ARS
  • Dollar CCL1.586,12 ARS
  • Dollar Kreditkarte1.976 ARS

Quelle: El Cronista, 10.08.2026

Die Platzierung des Bonar 2029 (AO29)

Der Bonar 2029, eine Hard-Dollar-Anleihe, die seit Juli 2026 begeben wird, ist ein Schlüsselinstrument der Regierung, um Dollar im lokalen Markt zu beschaffen. Die Anleihe zahlt einen Zinssatz von 6 % pro Jahr mit monatlicher Zinsabgrenzung und fällig am 31. Oktober 2029.

Bisher wurden rund 1,12 Milliarden US-Dollar des AO29 gehandelt, das Ziel der Regierung liegt bei insgesamt 2 Milliarden US-Dollar. In der Auktion am Mittwoch werden 50 Millionen US-Dollar in der ersten Runde und weitere 50 Millionen US-Dollar in einer zweiten Runde am Donnerstag angeboten, sofern die erste nicht für ungültig erklärt wird.

Zusammen mit den Bonar 2027 und Bonar 2028 ist der AO29 ein zentrales Werkzeug, um Dollar zu beschaffen und kommende Verpflichtungen in harter Währung zu bedienen.

Strategiewechsel: keine Fälligkeiten nach 2027

Ein besonderes Merkmal dieser Auktion: Es werden keine Pesos-Fälligkeiten nach 2027 angeboten, dem Wahljahr in Argentinien. Das stellt eine Abkehr von früheren Auktionen dar, bei denen die Laufzeit der Pesos-Schulden verlängert wurde. Wie das Brokerhaus Dhalmore Capital bemerkt: "Diesmal scheint das Ziel darin zu liegen, relativ kurze Instrumente anzubieten, um den Rollover zu priorisieren, ohne zu viel Prämie zahlen zu müssen – ein Atemholen für die lokalen Zinskurven."

Die Fälligkeiten der zweiten Auktion am 31. August setzen sich wie folgt zusammen: 7,2 Billionen ARS für TAMAR-gebundene Instrumente (eine Anpassung an den Referenzzinssatz), 6,6 Billionen ARS für Dollar-Linked-Titel und 2,8 Billionen ARS für festverzinsliche Instrumente.

Was sagen die Marktakteure?

Balanz

Balanz hält an ihrer Präferenz für die CER-Kurve fest und sieht Wert im TZXM7 für das mittlere Segment, da die implizite Inflation unter ihren Prognosen liegt. Für längere Laufzeiten bevorzugt sie die dualen Anleihen, insbesondere den TXMJ9. Das Carry-Trade-Potenzial wird als nicht signifikant bewertet.

PPI

PPI meint, dass die Fälligkeit von 4,5 Billionen Pesos "dem Schatzamt eine besonders klare Gelegenheit bietet, Liquidität durch einen Rollover unter 1x zu injizieren, falls gewünscht. Falls dies geschieht, könnten die Tagesgeldzinsen wieder Stabilität erlangen."

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