Bei einem schweren Verkehrsunfall in der argentinischen Provinz Jujuy ist eine 58-jährige Frau ums Leben gekommen. Ihr Geländewagen stürzte am Sonntagnachmittag an der berüchtigten Cuesta de Lipán rund 80 Meter in die Tiefe. Vier weitere Insassen wurden verletzt, einer davon schwer.

Ein neuerliches Unglück erschüttert den Nordwesten Argentiniens. Eine 58-jährige Frau starb, vier weitere Personen wurden verletzt, nachdem ihr Toyota SW4 auf der Cuesta de Lipán in der Provinz Jujuy von der Straße abkam und etwa 80 Meter in einen Abgrund stürzte.

So ereignete sich der Unfall

Der Vorfall geschah am Sonntag, dem 16. August, gegen 16:30 Uhr am Kilometer 30 der Ruta 52 in Fahrtrichtung Süden nach Norden. Diese Bergstraße verbindet die Quebrada de Humahuaca (die Schlucht von Humahuaca) mit der Puna-Hochebene in Jujuy. Nach ersten Erkenntnissen verlor der Fahrer aus noch ungeklärter Ursache die Kontrolle über das Fahrzeug, woraufhin der Wagen die Böschung hinabstürzte.

Im Fahrzeug befanden sich fünf Personen. Als die Rettungskräfte am Unfallort eintrafen, fanden sie eine der Insassinnen leblos vor: eine 58-jährige Frau aus der Provinz Buenos Aires, die ihren schweren Verletzungen erlag.

Die Verletzten und die Rettungsaktion

Die übrigen vier Insassen wurden geborgen und in das Krankenhaus Pablo Soria in San Salvador de Jujuy gebracht, wo sie medizinisch versorgt wurden. Lokale Medien berichteten, dass einer der Überlebenden, der Partner der verstorbenen Frau, mit ernster Prognose in Klinikbehandlung blieb.

An der Rettungsaktion waren Feuerwehr, Polizeikräfte der Regionalen Einheit 3, Teams des Rettungsdienstes SAME sowie Notfallpersonal beteiligt. Aufgrund des unwegsamen Geländes und der Tiefe der Schlucht gestaltete sich die Bergung schwierig und dauerte mehrere Stunden.

Ermittlungen laufen

Die zuständige Staatsanwaltschaft ordnete umfangreiche Gutachten an, um die Ursache für den Kontrollverlust zu klären. Die Ermittler untersuchen den Zustand des Fahrzeugs, die Straßenverhältnisse und rekonstruieren den Unfallhergang. Dabei soll geklärt werden, ob ein technischer Defekt, menschliches Versagen oder Witterungseinflüsse eine Rolle spielten.

Kriminaltechniker sicherten am Unfallort Spuren und Beweismittel.

Die Cuesta de Lipán: majestätisch und tückisch

Die Cuesta de Lipán ist eine der bekanntesten Bergstraßen Nordargentiniens. Sie ist Teil der Ruta 52 und führt von Purmamarca hinauf zu den Salinas Grandes (den großen Salzwüsten) und weiter zum Paso de Jama, einem Grenzübergang nach Chile. Die Strecke durchquert eine atemberaubende Landschaft mit Kandelaberkakteen, Vikunjas und bunt schillernden Gesteinsformationen.

Die Straße ist berüchtigt für ihre engen Kurven, steilen Steigungen und einen Höhenunterschied von fast 2.000 Metern: Von Purmamarca auf etwa 2.200 Metern über dem Meeresspiegel steigt die Route bis zum Abra de Potrerillos auf 4.170 Meter an – auf einer Länge von rund 40 Kilometern. Obwohl die Straße vollständig asphaltiert ist, ist sie anspruchsvoll zu fahren. Die Behörden empfehlen, mit mäßiger Geschwindigkeit zu fahren, Abstand zu halten und besonders in den Gefällstrecken äußerste Vorsicht walten zu lassen.

Zweiter tödlicher Unfall innerhalb eines Monats

Dieser Vorfall ist bereits der zweite tödliche Unfall an der Cuesta de Lipán innerhalb von weniger als einem Monat. Bereits am 27. Juli war ein Auto mit einer Familie an derselben Stelle verunglückt. Dabei kam ein 11-jähriges Kind ums Leben. Die Familie stammte aus Ezeiza in der Provinz Buenos Aires.

Die lokalen Behörden appellieren erneut eindringlich an alle Verkehrsteilnehmer, auf dieser Hochgebirgsstrecke besonders vorsichtig zu fahren – vor allem an Wochenenden und Feiertagen, wenn der Touristenverkehr stark zunimmt.