Ein neues Kapitel für die Kult-Pickup
Volkswagen hat einen wichtigen Schritt in seiner Südamerika-Strategie gemacht: Auf dem traditionellen Festa do Peão in Barretos (Brasilien) wurde erstmals die nächste Generation der Amarok der Öffentlichkeit gezeigt – in einer speziell gestalteten Tarnfolie. Die Pickup, die im Industriezentrum von General Pacheco in der Provinz Buenos Aires (Argentinien) gebaut wird, soll laut Konzernangaben im Jahr 2027 auf den Markt kommen.
Das Projekt ist Teil einer Investition von 580 Millionen US-Dollar, mit der das Werk modernisiert wird – inklusive neuer Lackieranlage und erweiterter Montagelinien. Das Ziel: eine regionale Komponentenquote von 50 % und eine Produktionskapazität von 80.000 Einheiten pro Jahr, die vor allem für den Export bestimmt sind.
Tschüss V6, hallo Hybrid
Der wichtigste Wechsel findet unter der Haube statt: Die neue Amarok wird den 3.0 V6-Turbodiesel mit 258 PS einsparen, der seit 2017 das Topmodell war und heute etwa die Hälfte des Absatzes ausmacht. Stattdessen gibt es einen Plug-in-Hybrid, der nach ersten Informationen sogar mehr Leistung als der alte V6 bieten soll.
Dieses Modell ist eine Entwicklung aus der Allianz zwischen Volkswagen und der chinesischen Gruppe SAIC, die die Entwicklungszeit deutlich verkürzt hat. Die Plattform stammt von der Maxus Interstellar X – was auf größere Ausmaße und ein neues Strukturkonzept schließen lässt.
Tarnung mit südamerikanischem Stolz
Die Folie der Tarnung wurde vom regionalen Design-Team entworfen und zeigt Symbole aus ganz Südamerika: vom Monte Fitz Roy in der patagonischen Anden, die Iguazú-Wasserfälle, den Amazonas-Regenwald, die Nasca-Linien in Peru und die Moai-Statuen der Osterinsel. Diese Elemente sind nicht nur Deko – viele davon werden später als versteckte Details im endgültigen Fahrzeug zu finden sein.
Alexander Seitz, Leiter von Volkswagen Südamerika, betonte, dass die Region nicht mehr nur Absatzmarkt sei, sondern nun die Zukunft der Pickups von Volkswagen definiert. Das Fahrzeug wurde direkt an den Wünschen des südamerikanischen Kunden entwickelt.
800.000. Gebauter Pionier
Die Enthüllung der neuen Generation fällt mit einem Meilenstein zusammen: Nach 16 Jahren Produktion seit 2010 hat die Amarung im Werk General Pacheco die 800.000 Einheiten überschritten. Davon wurden über 465.000 in mehr als 100 Länder exportiert. Das aktuelle Modell bleibt bis zum offiziellen Start der neuen Generation weiterhin im Produktionsplan.
Projekt Atacama: Ein SUV gegen die Toyota SW4
VW arbeitet zusätzlich an einem Sieben-Sitzer-SUV mit dem internen Codewort „Atacama“. Dieses Modell will direkt gegen den Toyota SW4 und den Haval H9 antreten. Die Radstandslänge wird auf etwa 3,30 Meter geschätzt – deutlich mehr als die 2,79 Meter der SW4. Genau so wie die neue Amarok soll das SUV auf der Plattform der hybriden Pickup basieren und einen Plug-in-Hybrid mit mehr als 470 PS und 800 Nm Drehmoment bieten.
Liegt die realen Zahlen in dieser Größenordnung, könnte das Fahrzeug von 0 auf 100 km/h in unter fünf Sekunden beschleunigen – eine Sportwagendimension, weit entfernt von der SW4 (204 PS, 500 Nm) und der Haval H9 (184 PS, 480 Nm).