Drei Journalisten der historischen US-Militärzeitung Stars and Stripes haben am 27. August 2026 eine Bundesklage gegen das Verteidigungsministerium und Minister Pete Hegseth eingereicht. Sie werfen dem Pentagon illegale Entlassungen und einen Verstoß gegen den Ersten Verfassungszusatz vor, nachdem sie kritisch über die Zustände auf dem Flugzeugträger USS Abraham Lincoln berichtet hatten.

In einem beispiellosen Fall haben drei vom Pentagon entlassene Journalisten am 27. August 2026 Klage vor einem Bundesgericht gegen das US-Verteidigungsministerium und Verteidigungsminister Pete Hegseth eingereicht. Die Klage, die die Grundfesten der Pressefreiheit im militärischen Bereich erschüttert, wirft den Behörden vor, die Entlassungen seien illegal gewesen und hätten den Ersten Verfassungszusatz der US-Verfassung verletzt, der die Meinungsfreiheit schützt.

Die Kläger sind Max Lederer, ehemaliger Herausgeber und Verleger der Stars and Stripes; Erik Slavin, Chefredakteur; und Lara Korte, Korrespondentin im Nahen Osten. Die Zeitung, die von der US-Regierung finanziert wird, gilt seit dem Bürgerkrieg als unabhängige Nachrichtenquelle der Streitkräfte und blickt auf über 160 Jahre Geschichte zurück.

Der Auslöser: Ein Artikel über die USS Abraham Lincoln

Der Funke, der die Kontroverse entzündete, war die Veröffentlichung eines Artikels am 11. August 2026, der die desolaten Zustände an Bord des Flugzeugträgers USS Abraham Lincoln dokumentierte – mitten in einem neunmonatigen Einsatz mit 5.000 Matrosen. Der Bericht schilderte Lebensmittel- und Wasserknappheit, unterbrochenen Postdienst, überlange Arbeitszeiten, wenig Ruhe und gravierende Auswirkungen auf die körperliche und psychische Gesundheit der Besatzung.

Am darauffolgenden Tag, dem 12. August, wies das Pentagon Lederer an, Slavin und Korte zu entlassen. Lederer weigerte sich, kündigte seinen Rücktritt an und wurde kurz darauf selbst entlassen. Die Klage argumentiert, dass diese Ereigniskette eine direkte Vergeltung für unabhängigen Journalismus darstellt.

Hintergrund: Das Interview mit CBS News

Der Konflikt hatte sich bereits früher angebahnt. Am 5. Juli 2026 hatten Slavin und Korte in einem Interview mit CBS News Einwände gegen eine mögliche militärische Zensur der Inhalte der Zeitung erhoben. Trotz der Kontroverse ergriff das Pentagon damals keine unmittelbaren Maßnahmen. Doch die Veröffentlichung des Artikels über den Flugzeugträger war der Punkt ohne Wiederkehr.

Darüber hinaus zeigt die Klage, dass das Pentagon ohne Lederers Wissen einen neuen stellvertretenden Leiter (ein aktives Mitglied der Streitkräfte) in der Redaktion installiert hatte – ein weiterer Beleg für die Vorwürfe politischer Einflussnahme auf die redaktionelle Linie.

Reaktionen und Kontext

Bislang hat das Pentagon keine Stellungnahme zu der Klage abgegeben. Die Journalistenvereinigung und Organisationen für Pressefreiheit haben ihre Unterstützung für die Kläger ausgedrückt und darauf hingewiesen, dass dieser Fall einen wichtigen Präzedenzfall für die Grenzen staatlicher Kontrolle über öffentlich finanzierte Medien schaffen könnte.

Die Stars and Stripes war historisch gesehen eine Brücke zwischen dem Militär und der Öffentlichkeit, mit Korrespondenten in Konfliktgebieten. Ihre redaktionelle Unabhängigkeit – trotz staatlicher Finanzierung – wurde jahrzehntelang als Säule der amerikanischen Demokratie verteidigt.

Die Klage zielt nicht nur auf die Wiedereinstellung der Journalisten ab, sondern auch auf eine gerichtliche Feststellung, dass die Entlassungen den Ersten Verfassungszusatz verletzt haben – was weitreichende Folgen für die Pressefreiheit im militärischen Bereich haben könnte.

Wichtige Fakten des Falls

  • Kläger: Max Lederer, Erik Slavin, Lara Korte
  • Beklagte: US-Verteidigungsministerium und Pete Hegseth
  • Medium: Stars and Stripes
  • Datum der Klage: 27. August 2026
  • Umstrittener Artikel: 11. August 2026
  • CBS-Interview: 5. Juli 2026
  • Entlassungen: 12. August 2026

Quelle: The Guardian