Der berühmte Golfprofi Tiger Woods könnte seine Haltung im Verfahren wegen Fahrens unter Alkoholeinfluss ändern. Nach einem spektakulären Unfall in Florida im Mai 2017 plant er offenbar, seine 'nicht schuldig'-Pleite zu überdenken und möglicherweise einen Deal mit der Staatsanwaltschaft einzugehen, um einen Prozess zu vermeiden und eine Reha zu absolvieren.

Der weltweit bekannte Golfspieler Tiger Woods steht erneut im Rampenlicht – diesmal jedoch nicht wegen seiner sportlichen Leistungen, sondern wegen eines laufenden Gerichtsverfahrens. Wie mehrere US-Medien übereinstimmend berichten, erwägt der 41-Jährige, seine bisherige 'nicht schuldig'-Erklärung im Zusammenhang mit einem Vorwurf des Fahrens unter Alkoholeinfluss (DUI) zu ändern. Der Fall geht auf einen Unfall mit Überschlag in Florida zurück, der sich am 29. Mai 2017 ereignete.

Was genau geschah?

In den frühen Morgenstunden des 29. Mai 2017 wurde Woods in seinem Fahrzeug in Jupiter Island, einer exklusiven Gemeinde an der Ostküste Floridas, schlafend aufgefunden. Der Motor lief, die Lichter waren eingeschaltet – der Wagen wies zudem frische Unfallschäden auf, die auf einen Überschlag hindeuteten. Die Polizei nahm den Golfstar noch am selben Tag fest. Ein anschließender Atemtest ergab einen Blutalkoholwert von 0,0, doch spätere toxikologische Untersuchungen zeigten Spuren mehrerer Substanzen, darunter Schmerzmittel und Beruhigungsmittel, die in Kombination seine Fahruntüchtigkeit erklärt hätten.

Woods hatte sich zunächst für 'nicht schuldig' erklärt. Nun aber, so berichten es zumindest mit der Angelegenheit vertraute Quellen, sei er bereit, diese Position zu überdenken. Ein möglicher Deal mit der Staatsanwaltschaft könnte eine Reduzierung der Anklagepunkte oder die Auflage einer Rehabilitationsmaßnahme vorsehen – ein in Florida durchaus übliches Vorgehen bei DUI-Fällen.

Was bedeutet DUI in den USA?

Der Begriff DUI (Driving Under the Influence) bezeichnet das Führen eines Fahrzeugs unter dem Einfluss von Alkohol oder Drogen. In den USA variieren die Gesetze je nach Bundesstaat. In Florida liegt die gesetzliche Grenze für den Blutalkoholgehalt bei 0,08 Prozent – wer darüber liegt oder nachweislich in seiner Fahrtüchtigkeit beeinträchtigt ist, kann strafrechtlich belangt werden. Bei Ersttätern drohen neben Geldstrafen auch der Entzug der Fahrerlaubnis und in schweren Fällen bis zu sechs Monate Haft.

Ein Tiefpunkt in einer bewegten Karriere

Der Vorfall war ein weiterer Rückschlag für den einstigen Weltranglistenersten, der bereits in der Vergangenheit mit persönlichen Skandalen zu kämpfen hatte. Nach dem Unfall zog sich Woods vorübergehend aus der Öffentlichkeit zurück und begab sich in eine Rehabilitationsklinik, um seine Probleme mit Schmerzmitteln und Schlafmitteln in den Griff zu bekommen. In einem Statement betonte er damals, er wolle seine Fehler aufarbeiten und zu seiner Familie und seinem Sport zurückfinden.

Die aktuelle Entwicklung kommt zu einem entscheidenden Zeitpunkt: Woods arbeitet intensiv an seinem Comeback auf der PGA-Tour und möchte sportlich wieder angreifen. Ein langwieriger Prozess könnte diese Pläne durchkreuzen – ein weiterer Grund, warum ein schneller Vergleich für ihn attraktiv erscheint.

Was könnte ein Deal bedeuten?

Sollte Woods tatsächlich seine Erklärung ändern und sich auf einen Vergleich einlassen, müsste er mit Geldstrafen, einer vorübergehenden Sperre des Führerscheins und der Teilnahme an einem Aufklärungsprogramm zum Thema Alkohol am Steuer rechnen. Eine Haftstrafe ist bei einem Erstvergehen in der Praxis eher unwahrscheinlich, insbesondere wenn der Angeklagte Kooperationsbereitschaft zeigt und eine Therapie nachweist.

Sein Anwaltsteam hat sich bislang nicht öffentlich geäußert. Beobachter rechnen jedoch damit, dass in den kommenden Wochen konkrete Details bekannt werden. Die zuständige Richterin am Bezirksgericht von Palm Beach County hat noch keinen neuen Verhandlungstermin angesetzt, doch die nächste Anhörung könnte bereits im Oktober 2017 stattfinden.

Fans und Kritiker blicken gespannt auf die Entwicklung

Während die einen den Golfstar für seine Ehrlichkeit und seinen Willen zur Besserung loben, sehen andere in dem möglichen Deal einen weiteren Versuch, sich aus der Affäre zu ziehen. Fest steht: Die Entscheidung von Tiger Woods wird nicht nur über seine unmittelbare sportliche Zukunft entscheiden, sondern auch darüber, wie die Öffentlichkeit ihn künftig wahrnimmt. Die Golfwelt hofft inständig, dass der 14-fache Major-Sieger gestärkt aus dieser Krise hervorgeht – und bald wieder auf dem Grün zu sehen ist.

Quelle: Imago und internationale Nachrichtenagenturen.