Katalonien erlebt derzeit einen beispiellosen Klima-Notstand. Ein verheerendes Unwetter führte in Barcelona zum regenreichsten Tag der letzten zwei Jahrzehnte. Die tragische Bilanz umfasst zwei Todesopfer, hunderte von Zwischenfällen und einen Zustand höchster Alarmbereitschaft, der sich nun in Richtung Süd-Girona und Extremadura ausdehnt.

Verheerende Überschwemmungen in Katalonien

Die Intensität der Niederschläge hat das städtische und ländliche Bild Kataloniens innerhalb weniger Stunden völlig verändert. Die Bilanz ist schmerzhaft: zwei Personen verloren ihr Leben. Ein Opfer verstarb in Tordera nach dem Einsturz einer Mauer in einem Campingplatz, während die zweite Person im Parkplatz des eigenen Wohnhauses in Montornès del Vallès eingeschlossen wurde.

Alarmierende Zahlen in Barcelona

In Barcelona wurde der regenreichste Tag der letzten 20 Jahre registriert. Die Niederschlagsmengen überstiegen die üblichen Durchschnittswerte bei weitem.

Indikator Registrierter Wert
Durchschnittlicher Niederschlag (Barcelona) 147 Liter/m²
Höchstwert (Sants) 203 Liter/m²
Anrufe beim Notruf 112 6.712
Bearbeitete Vorfälle 1.818

Infrastruktur und Verkehr

Die Auswirkungen auf die Infrastruktur waren massiv. Der Bürgermeister von Barcelona, Jaume Collboni, ergriff drastische Maßnahmen und schloss Parks und Gärten aufgrund der Gefahr von Erdrutschen.

Zudem kam das Transportsystem fast vollständig zum Erliegen: Es kam zur Aussetzung des Hochgeschwindigkeitsverkehrs (AVE) sowie der Regionalzüge (Rodalies).

Weitere kritische Auswirkungen

Gesundheitswesen:

Überflutungen in den Krankenhäusern von Banes und General de Granollers; sogar der Bereich für Neugeborene im Hospital Vall d'Hebron war betroffen.

Energieversorgung:

Stromausfälle betrafen etwa 1.400 Anwohner in neun verschiedenen Stadtteilen Barcelonas.

Bildung:

Rund 300 Schulen werden derzeit überprüft, um festzustellen, ob sie am kommenden Montag wieder öffnen können.

Während der Zivilschutz Es-Alert Warnungen wegen des Überlaufens der Flüsse Ridaura und Daro herausgibt, gibt es im restlichen Land ebenfalls extreme Wetterbedingungen. Die staatliche Meteorologie-Agentur aktivierte die rote Warnstufe in Badajoz sowie gelbe Warnstufen für Menorca und Mallorca.


Quelle: Imago