31/07/2026 13:48 - Deportes
Am 30. Juli 2026 stand im Estadio El Teniente von Rancagua, Chile, das Rückspiel der Playoffs zur Copa Sudamericana an. Nach einer 0:1-Niederlage im Hinspiel (Tor durch Francisco González) musste Boca Juniors in die Verlängerung und schließlich ins Elfmeterschießen. Mit einem 4:3-Sieg vom Punkt sicherte sich der argentinische Traditionsverein den Einzug ins Achtelfinale – der Gesamtscore endete 1:1.
Die Partie war geprägt von Spannung und Emotionen, besonders als der junge Mittelfeldspieler Tomás Aranda beim Stand von 3:3 zum entscheidenden Elfmeter antrat.
Aranda entschied sich für einen sogenannten Panenka – einen lupenreinen Heber in die Mitte des Tores. Der Torwart von O'Higgins, Omar Carabalí, ließ sich jedoch nicht täuschen, blieb stehen und fing den Ball mühelos. Der Fehlschuss löste bei den chilenischen Spielern Jubel und bei den Boca-Fans Entsetzen aus. Einige O'Higgins-Spieler reagierten verärgert über die als überheblich empfundene Aktion.
Doch Kapitän Leandro Paredes eilte sofort zu Aranda, um ihn zu trösten und zu unterstützen. Laut Berichten von TN lobte Paredes den Mut des jungen Spielers, mahnte aber auch, dass man die Situation besser hätte einschätzen müssen. Aranda selbst postete später auf Instagram eine Story, in der er den Fokus auf den erreichten Sieg legte und die Unterstützung des Teams hervorhob.
Hintergrund Panenka: Der Panenka-Elfmeter wurde nach dem tschechischen Spieler Antonín Panenka benannt, der ihn 1976 bei der Europameisterschaft erfand. Er gilt als besonders riskant, da der Schütze den Ball mit wenig Kraft in die Mitte schießt und auf eine Täuschung des Torwarts setzt. Gelingt er, wirkt er genial; misslingt er, wirkt er überheblich.
Trainer Rodolfo Arruabarrena zeigte sich nach dem Spiel selbstkritisch. In der Pressekonferenz räumte er ein, dass die Mannschaft mental und spielerisch nicht überzeugt habe. Wie TyC Sports berichtete, war der „Vasco“ deutlich in seiner Analyse und forderte eine deutliche Steigerung für die kommenden Runden. Zudem wurde bekannt, dass die Boca-Spieler nach dem Spiel keine Interviews mit dem offiziellen TV-Sender gaben – ein Verstoß gegen die Conmebol-Regularien, der eine mögliche Geldstrafe von bis zu 10.000 US-Dollar pro Spieler nach sich ziehen könnte.
Die erfolgreichen Schützen im Elfmeterschießen für Boca waren Paredes, Merentiel, Figal und Lautaro Blanco. Für O'Higgins trafen González, Castillo und Brizuela; Vecino vergab, und Pavezs Schuss wurde vom Boca-Torwart gehalten. Schiedsrichter der Partie war der Kolumbianer Wilmar Roldán.
Mit dem Einzug ins Achtelfinale trifft Boca Juniors nun auf den paraguayischen Verein Deportivo Recoleta. Die Spiele sind für den Zeitraum 11. bis 20. August 2026 angesetzt. Die Mannschaft hofft, die Lehren aus dem zähen Spiel gegen O'Higgins zu ziehen und mit neuem Schwung in die nächste Runde zu gehen.
Alfredo S. Quiroga