In einem intimen Interview mit der italienischen Zeitung Corriere della Sera hat Novak Djokovic Lionel Messi als den besten Sportler der Geschichte gelobt, die Einsamkeit des Tennis mit dem Fußball verglichen und gestanden, sich in Jannik Sinner, dem aktuellen Weltranglistenersten, wiederzuerkennen.

Zwei Legenden, geboren im Abstand von nur 33 Tagen, beide 39 Jahre alt, prägen weiterhin ihre Disziplinen. Novak Djokovic, Inhaber von 24 Grand-Slam-Titeln, und Lionel Messi, der argentinische Superstar mit unzähligen Titeln, kreuzen erneut die öffentliche Wahrnehmung – dank eines Interviews, das der Serbe der italienischen Zeitung Corriere della Sera gab und das am 18. August 2026 veröffentlicht wurde.

In dem Gespräch schwärmte Djokovic nicht nur von Messi, sondern zog auch einen Vergleich zwischen der Einsamkeit des Tennis und der Teamarbeit im Fußball. Überraschend verriet er zudem, wen er als seinen natürlichen Nachfolger im Tennis sieht: Jannik Sinner.

„Tennis ist unbarmherzig, brutal“

Djokovic erklärte schonungslos den fundamentalen Unterschied zwischen seiner Sportart und dem Fußball: „Du hast keine Teamkollegen, die dir helfen können. Du bist allein mit dir selbst. Wenn du einen schlechten Tag hast, bist du draußen. Tennis ist unbarmherzig, brutal.“

Dann kam der Vergleich mit Messi: „Ab und zu sagen sie zu mir: ‚Nole, du bist wie Lionel Messi.‘ Ich wünschte! Mit 39 Jahren würde ich gerne nur 90 Minuten spielen.“, scherzte der Serbe, der trotz seines Alters weiterhin auf höchstem Niveau spielt.

Die Anekdote, die Fans besonders berührte, ereignete sich im vergangenen Jahr in Miami, als Messi Djokovic mit seiner gesamten Familie während des Masters 1000 besuchte. „Wir hatten eine schöne Zeit, es war sehr schön, seine ganze Familie kennenzulernen. Das war ein sehr bewegender Moment für mich, denn es ist etwas anderes, ob er allein kommt oder mit der ganzen Familie.“, erinnerte sich der Serbe sichtlich bewegt.

Messi vor Tom Brady

In einem Schnellfeuer-Interview zu den besten Sportlern der Geschichte erkannte Djokovic zwar seine Freundschaft zu dem ehemaligen American-Football-Spieler Tom Brady an, zögerte aber nicht, den Argentinier zu wählen: „Es tut mir leid, Tom, aber Messi ist besser.“, sagte er lachend.

Diese Aussage hat besonderes Gewicht, denn Djokovic wurde am 22. Mai 1987 geboren, Messi am 24. Juni desselben Jahres – nur 33 Tage Unterschied. Beide beweisen mit 39 Jahren, dass das Alter nur eine Zahl ist, wenn Talent und Hingabe stimmen.

Sein Erbe: Jannik Sinner

Doch das Interview brachte auch einen Namen für die Zukunft des Tennis hervor: Jannik Sinner, der 25-jährige Italiener, der heute die Nummer 1 der ATP-Weltrangliste ist. Djokovic war deutlich: „Es gibt viele Ähnlichkeiten, auch wenn jeder Mensch einzigartig und besonders ist. Wir kommen beide aus den Bergen, er aus Südtirol und ich aus Serbien. Wir haben Skifahren als Sport gewählt, verließen mit 13 Jahren unser Zuhause und waren gezwungen, schnell erwachsen zu werden.“

Der Serbe erklärte, wie das Skifahren seinen Stil prägte: „Zweifellos gab uns das Skifahren Elastizität, Beweglichkeit, die Fähigkeit, auf jedem Untergrund zu gleiten: Die Flexibilität der Knöchel stammt vom Schnee, ebenso wie Gleichgewicht und Koordination.“ Und weiter: „Und ich werde nicht auf weitere technische Details eingehen, wie Jannik und ich Tennis spielen: Auch dort gibt es viele Ähnlichkeiten. Also, um kurz zu antworten: Ja, ich sehe mich in Sinner.“

Über den Spielstil hinaus hob Djokovic den Charakter des Italieners hervor: „Ich würde nicht von Besessenheit sprechen, sondern von ständiger und totaler Hingabe an das Tennis. Ich beobachte seine und identifiziere mich vollkommen damit: der Wille, sich zu verbessern, zu wachsen und sich aus allen Blickwinkeln weiterzuentwickeln. Jannik gibt sich wie ich nie zufrieden. Er hat die Mentalität eines Champions, das hatte er immer.“

Der Moment des Geständnisses

Das Interview findet zu einem besonderen Zeitpunkt für Djokovic statt, der gerade eine überraschende Niederlage beim Masters 1000 in Cincinnati gegen den Argentinier Thiago Tirante erlitten hat – ein Match, in dem der Serbe unter den hohen Temperaturen litt. Trotz des Rückschlags richtet Djokovic seinen Fokus bereits auf die US Open 2026, die am 30. August in New York beginnen.

Das Interview wurde anlässlich der Veröffentlichung seines Dokumentarfilms „Novak Djokovic: Der Wolf im Winter“ geführt, der am Donnerstag, den 20. August, bei Amazon Prime Video erscheint. Darin blickt der Serbe auf seine Karriere zurück und würdigt seine erste Trainerin Jelena Gencic, die er als seine „spirituelle Führerin“ betrachtet: „Ohne Jelena Gencic wäre ich nicht Novak Djokovic.“

Wichtiger Punkt: Sinner hatte bereits mehrfach seine Bewunderung für Djokovic geäußert und sogar einige seiner Routinen und Schlägereigenschaften übernommen. Jetzt kam die Erwiderung in Form von öffentlichem Lob des Serben, der ihn als sein Spiegelbild im Tennis anerkennt.

Quellen: Ámbito · ESPN · TN · Infobae · Punto de Break