Die Formel 1 kehrt am Wochenende mit dem Großen Preis der Niederlande in Zandvoort auf die Rennstrecke zurück, und der Rennstall Alpine kommt mit wichtigen Neuerungen an den Start. Doch für den Argentinier Franco Colapinto gibt es daran nichts zu feiern: Das Team bringt ein neues, umfangreiches Aerodynamik-Paket für den A526 an den Start – aber nur im Auto seines Teamkollegen Pierre Gasly.
Der 23-Jährige aus dem Großraum Buenos Aires bestreitet gerade seine zweite volle Saison in der Königsklasse und gab sich am Donnerstag in Zandvoort überraschend offen, was das bedeutet: „Natürlich sieht es so aus, als könnte es, wenn es voll funktioniert, ein etwas schmerzhaftes Wochenende für mich werden“, gab Colapinto zu, das in Medien wie Motorsport.com und TyC Sports veröffentlicht wurde.
Die Ausgangslage: Der eine bekommt was Neues, der andere nicht
Die Aktualisierung war eigentlich für Monza (Großer Preis von Italien, 4-6 September) geplant und zwar für beide Fahrzeuge. Doch die Fabrik in Enstone (England), der Hauptsitz von Alpine, hat Hochdruck gearbeitet und konnte die Teile früher nach Zandvoort liefern – aber eben nur für ein Auto. Colapinto wird also bis zum Klassiker in Monza auf die verbesserte Version des A526 warten müssen.
Der Argentinier erklärte, wie die Lage ist: „Die Fabrik hat wirklich sehr hart gearbeitet. Das Upgrade war für Monza und beide Autos geplant, aber es ist früher hier angekommen. Leider ist es nur für ein Auto verfügbar. Aber hoffentlich funktioniert es und zeigt, dass wir später im Feld um mehr kämpfen können“.
„Im Simulator scheint das Upgrade sehr stark zu sein. Wenn das so ist, wäre es großartig für uns. Je größer der Unterschied im Abtrieb zwischen unseren beiden Autos ist, desto besser für uns. Hoffentlich gibt uns das Paket die Verbesserungen, die wir brauchen, um gegen die Racing Bulls zu kämpfen und hoffentlich vor ihnen zu bleiben“, verrät er weiter.
Zahlen & Fakten: Die Jagd auf Racing Bulls
Der Zweikampf zwischen Alpine und Racing Bulls in der Konstrukteurswertung ist eines der spannendsten in der gesamten Meisterschaft: Racing Bulls liegt mit 66 Punkten auf Rang 5.
- Alpine: 61 Punkte (42 Gasly / 19 Colapinto)
- Racing Bulls: 66 Punkte
Das ist nur ein Abstand von fünf Punkten – entsprechend wichtig sind die Upgrades für die zweite Saisonhälfte.
Der (schmerzhafte) Fahrplan
Zandvoort: vom 21. bis 23. August, hier muss Colapinto noch mit der alten Version antreten.
Monza: vom 4. bis 6. September, dann soll auch Colapinto das neue Paket bekommen.
Der Wahl-Österreicher ist mit der Situation philosophisch – fast: „Ich hoffe, dass wir gute Schritte machen können in Richtung Monza und den letzten Saisonrennen“, sagt er hoffnungsvoll.
Doch eine Frage drängt sich auf: Ist eine zweigleisige Strategie, wenn nur der Teamkollege das beste Material bekommt, ein Problem für das eigene Selbstvertrauen? Auf die Frage, ob er wolle, dass Gasly ihn schlägt, oder lieber gleich hinter ihm liege, antwortete Colapinto lässig: „Ich habe gerade gestern über genau das nachgedacht. Ich habe mir gesagt: 'Was will ich wirklich? Ich weiß es nicht'“, sagte er mit einem Lächeln.
Die F1-Welt wird gespannt verfolgen, wie sich das neue Paket auf Gaslys Leistung auswirkt – und ob Colapinto trotz derben Nachteils die Lücke nicht allzu groß lassen muss. Sein großes Ziel ist klar: mit dem Upgrades in Monza den Racing Bulls endgültig den Rang abzulaufen.