Die FIFA hat Leandro Paredes nach der WM-Final-Niederlage gegen Spanien mit einer historischen Sperre von zehn Spielen belegt. Nur der Iraker Samir Shaker wurde je härter bestraft. Auch Nahuel Molina, Roberto Ayala und Thiago Almada sind betroffen. Der argentinische Verband kündigt Berufung an.

Eine Sanktion, die den argentinischen Fußball erschüttert

Die FIFA hat am Freitag, dem 21. August, die Sanktionen für die Vorfälle nach dem Finale der Weltmeisterschaft 2026 bekannt gegeben. In diesem Endspiel unterlag Argentinien Spanien in New Jersey. Die schwerste Strafe traf Leandro Paredes: Er wurde für zehn Spiele gesperrt und zu einer Geldstrafe von 90.000 US-Dollar verurteilt, weil er den Spanier Gavi angegriffen hatte.

Diese Strafe ist eine der härtesten in der Geschichte der Fußball-Weltmeisterschaften. Laut dem Statistiker Silvio Maverino wurde nur der Iraker Samir Shaker je strenger bestraft: Er erhielt 1986 in Mexiko ein Jahr Sperre, weil er einen Schiedsrichter angespuckt hatte.

Die Sanktionen im Überblick

  • Leandro Paredes: 10 Spiele Sperre und 90.000 US-Dollar Geldstrafe.
  • Nahuel Molina: 7 Spiele Sperre und 90.000 US-Dollar.
  • Roberto Ayala (Co-Trainer): 3 Spiele Sperre und 30.000 US-Dollar.
  • Thiago Almada: 1 Spiel Sperre und 30.000 US-Dollar.

Zusätzliche Strafen für den argentinischen Verband

Der argentinische Fußballverband (AFA) muss insgesamt 561.000 US-Dollar an Geldstrafen zahlen. Diese setzen sich aus verschiedenen Vergehen zusammen: das Zeigen der Flagge der Falklandinseln (10.000 US-Dollar), unangemessenes Verhalten von Zuschauern (20.000 US-Dollar), diskriminierende Gesänge (100.000 US-Dollar), das Werfen von Gegenständen (91.000 US-Dollar) sowie weitere 100.000 US-Dollar, die für sechs Monate zur Bewährung ausgesetzt wurden. Zudem muss Argentinien seine nächsten beiden Heimspiele vor nur 50 Prozent der Stadionkapazität austragen.

Der Präzedenzfall Luis Suárez

Die Sperre für Paredes übertrifft sogar den berühmten Biss von Luis Suárez an Giorgio Chiellini bei der WM 2014 in Brasilien, der mit neun Spielen Sperre und vier Monaten Inaktivität geahndet wurde. Damals erlaubte der Internationale Sportgerichtshof (TAS) Suárez, sich mit seinem neuen Verein Barcelona zu trainieren.

Die Strategie der AFA

Der Rechtsberater der AFA, Andrés Patón Urich, bestätigte, dass der Verband die Begründung des Urteils anfordern und Berufung beim FIFA-Berufungskomitee einlegen wird. „Die Strafe ist ungerecht und unverhältnismäßig“, erklärte er und schloss nicht aus, vor den Internationalen Sportgerichtshof (TAS) zu ziehen.

Paredes selbst hatte nach dem verlorenen Finale seine Zukunft im Nationalteam infrage gestellt: „Ich weiß nicht, ob ich weitermachen kann. Ich muss das erst verarbeiten“, gestand er nach dem Spiel.

Wann könnte Paredes zurückkehren?

Nach dem FIFA-Kalender könnte die argentinische Nationalmannschaft zwischen September 2026 und Juni 2027 bis zu zehn Freundschaftsspiele bestreiten. Wenn die Sperre bestätigt wird, könnte Paredes frühestens im September 2027 wieder das Trikot der Albiceleste tragen, während Molina möglicherweise bereits im März desselben Jahres zurückkehren könnte.

Die Nachricht hat weltweit für Diskussionen gesorgt – internationale Medien bezeichnen die Sanktion als „Schande“ oder „FIFA-Wut“. Die argentinischen Fans fragen sich, was das für die Zukunft des Teams in der Qualifikation zur WM 2030 bedeutet.