Geständnis an der Börse von Mendoza
Der Präsident der Banco Central de la República Argentina (BCRA, der argentinischen Zentralbank), Santiago Bausili, sprach am Freitag, den 14. August 2026, vor Unternehmern an der Bolsa de Comercio de Mendoza (der Handelsbörse der Provinz Mendoza im Westen Argentiniens, einer Region, die weltweit für ihren Weinbau bekannt ist). Dort zog er Bilanz und räumte ein, dass die wirtschaftliche Erholung langsamer verläuft, als die Regierung es sich wünschen würde. 'Die Wirtschaft wächst langsam, etwa um 2 % pro Jahr, viel langsamer, als uns lieb ist', erklärte der Beamte.
Seine Rede mit dem Titel 'Transformation, Bilanz und strategische Ziele' fand in Anwesenheit des Gouverneurs Alfredo Cornejo und des nationalen Abgeordneten Lisandro Nieri statt, der als Moderator fungierte. Bausili skizzierte die jüngste Entwicklung der Kreditvergabe, der Geldpolitik und der Perspektiven bis zu den Präsidentschaftswahlen 2027.
Die Angst als Hauptfeind der Investitionen
Eines der zentralen Themen seiner Präsentation war die Rolle der Erwartungen. Der Leiter der BCRA erklärte, dass trotz der Fortschritte bei den Haushalts- und Geldpolitik weiterhin ein Faktor existiere, der die Entscheidungen von Unternehmen und Verbrauchern beeinflusse: 'die Angst, das, was wir posttraumatischen Stress nennen', der durch die aufeinanderfolgenden Krisen verursacht wurde, die Argentinien durchgemacht hat.
Laut Bausili führt diese Wahrnehmung dazu, dass Wirtschaftsakteure defensive Strategien annehmen, wie etwa zusätzliche Kosten einzugehen, um sich vor einer möglichen Krise zu schützen, anstatt Ressourcen zur Produktionssteigerung bereitzustellen. 'Wenn die Fundamente solide sind, ist das Risiko dessen, wovor diese Ängste warnen, sehr gering, und die Prämie wird teuer', erklärte er.
Es gibt immer noch ein Element, das die Entscheidungsfindung in Argentinien dominiert: die Angst.
Kredite: Langsame Erholung mit positiven Zeichen
Bausili betonte, dass im Mai, Juni und Juli 2026 positive Zahlen im Kreditwachstum verzeichnet wurden, sowohl in Pesos als auch in US-Dollar, nach einem Einbruch im zweiten Quartal 2026 aufgrund der Vorfreude auf den Wahlprozess. Die Dollar-Komponente zeigt die größte Dynamik, obwohl der Segment in Pesos ebenfalls Fortschritte macht.
Er räumte jedoch ein, dass die Banken 'nicht verzweifelt danach sind, Geld zu verleihen', und dass die aktuellen Vorschriften noch Einschränkungen aufweisen. Das nationale Kreditsystem macht derzeit 9,6 % des BIP in Pesos und 12,5 % des BIP in Dollar aus, was im Vergleich zur Region niedrige Werte sind.
In diesem Zusammenhang erwähnte er die jüngste Regelung, die es Banken erlaubt, bis zu 15 % ihrer Einlagen in Dollar an Nicht-Exportunternehmen zu verleihen, vorausgesetzt, es gibt einen Exporteur als Bürgen. Die Maßnahme zielt darauf ab, Ersparnisse, die 'unter der Matratze' liegen, in das Finanzsystem und in produktive Projekte zu lenken.
Das Fehlen langfristiger Finanzierungen
Eine der tiefgreifendsten Diagnosen von Bausili richtete sich gegen das Fehlen von Institutionen, die langfristige Ersparnisse kanalisieren. 'Banken nehmen Sicht- oder 30-Tage-Einlagen an und verleihen das Geld für 20 Jahre. Das können sie nicht mit einem großen Teil ihrer Bilanz tun', warnte er.
Er erwähnte das System der Pensionsfonds als natürliches Instrument, um mittel- und langfristige Ersparnisse anzuziehen, und wies auf die Grenzen hin, mit denen die Lebens- und Rentenversicherungsbranche konfrontiert war. Die Regierung prüft ein Schema, bei dem der Fondo de Garantía de Sustentabilidad (FGS) der ANSES (der staatlichen Rentenversicherung Argentiniens) langfristige Festgeldkonten unter den Banken versteigert.
Inflation: Rückkehr auf den Pfad der Verlangsamung
Der Präsident der BCRA bezog sich auf die Inflationsdaten vom Juli, die laut INDEC (Nationales Institut für Statistik und Volkszählung) 2,1 % monatlich erreichten. Er schrieb einen Teil der Beschleunigung 'sehr spezifischen Elementen' wie Saisonalität und Wintertourismus zu, versicherte aber: 'Wir sind überzeugt, dass wir den Pfad der Disinflation wieder aufnehmen werden', der zwischen April und Juni zu beobachten war.
Bausili bestätigte, dass die Geldpolitik eine restriktive Tendenz beibehält und dass das Hauptziel weiterhin die Reduzierung der Inflation bleibt.
Strategie im Hinblick auf die Wahlen 2027
Auf die Frage, wie sie mit der elektoralen Unsicherheit umgehen würden, erklärte Bausili, dass sie dieser mit mehr Deregulierung begegnen werden, und erinnerte daran, dass spekulativen Angriffe '2025 bereits sehr teuer' geworden sind. Er wies darauf hin, dass die makroökonomische Ordnung, der Haushaltsüberschuss und die sinkende Inflation die wichtigsten Instrumente sind, um defensives Verhalten zu entmutigen.
Unterstützung von Cornejo
Gouverneur Alfredo Cornejo unterstützte den wirtschaftlichen Kurs der Nationalregierung und lobte die Sanierung der Bilanz der BCRA, die Reduzierung der verzinsten Verbindlichkeiten und die Erholung der Reserven. Er sprach sich auch für die Reform der Organschen Charta der BCRA aus, deren Ziel es ist, die Finanzierungsmechanismen des Schatzamtes einzuschränken, und betonte die Notwendigkeit, den Zugang zu Krediten für kleine und mittlere Unternehmen (PyMEs) zu stärken.
| Indikator | Wert |
|---|---|
| Jährliches Wirtschaftswachstum | ~2 % |
| Inflation Juli 2026 | 2,1 % monatlich |
| Kredit/BIP in Pesos | 9,6 % |
| Kredit/BIP in Dollar | 12,5 % |
| Obergrenze für Dollar-Kredite an Nicht-Exporteure | 15 % der Einlagen |