Die New Yorker Börsenindizes schlossen am Dienstag, den 18. August 2026, im Minus. Steigende Renditen der US-Staatsanleihen auf historische Höchststände und ein teurer Ölpreis wegen des Konflikts zwischen den USA und dem Iran setzten die Technologieaktien unter Druck. Insbesondere Halbleiterhersteller mussten Verluste hinnehmen.

Eine schwache Sitzung für die Technologiebranche

Wall Street hat am Dienstag, den 18. August 2026, zum dritten Handelstag in Folge Verluste verzeichnet. Der Dow Jones fiel um 0,22% auf 53.343 Punkte, der breit gefasste S&P 500 verlor 0,69% auf 7.691 Zähler, und der technologieorientierte Nasdaq gab um 1,33% auf 26.289 Punkte nach.

Besonders betroffen waren Halbleiterhersteller: Western Digital stürzte um fast 7% ab, Sandisk verlor rund 9%, Marvell Technology fiel um etwa 8%, Nvidia büßte mehr als 2% ein und Intel gab nahezu 7% nach. Der Halbleiterindex PHLX Semiconductor (SOX) brach in der Sitzung um fast 5% ein.

Warum die Renditen der US-Staatsanleihen im Mittelpunkt stehen

Die Rendite der 10-jährigen US-Staatsanleihe stieg auf über 4,70% – ein Niveau, das seit 2007 nicht mehr erreicht wurde. Noch auffälliger war das 30-jährige Papier, das zu Beginn des Handels zwischenzeitlich 5,34% erreichte und damit nahe an Höchstständen von fast zwei Jahrzehnten lag.

Wenn die Renditen steigen, erhöhen sich die Kreditkosten. Das belastet sowohl Verbraucher als auch Unternehmen, die Investitionen finanzieren müssen. Besonders Technologiekonzerne, die enorme Summen in Künstliche Intelligenz (KI) investieren, reagieren empfindlich auf diese Entwicklung.

Laut José Torres von Interactive Brokers ist der Druck auf die Anleihen auf „eine lange Liste ungünstiger Faktoren“ zurückzuführen, darunter hohe Energiepreise, das Haushaltsdefizit der USA und „der erhebliche Finanzierungsbedarf im Zusammenhang mit der Entwicklung von KI“.

Ölpreis als zusätzlicher Belastungsfaktor

Der US-Ölpreis WTI stieg um 0,52% auf 84,94 Dollar pro Barrel, während die Nordseesorte Brent die Marke von 91 Dollar überstieg – ein Anstieg von fast 50% seit Jahresbeginn 2026. Die Eskalation des Konflikts zwischen den USA und dem Iran, einschließlich der Blockade der Straße von Hormus, hält den Energiemarkt in Atem.

Präsident Donald Trump dementierte Verhandlungen mit Teheran und betonte, die Straße sei „offen und funktionsfähig“. Allerdings lief die im Juni vereinbarte 60-tägige Waffenruhe ohne Einigung aus. Trump veröffentlichte auf seiner Plattform Truth Social sogar eine Karte von Hormus mit der Bezeichnung „neues US-Territorium“.

Die Kombination aus teurem Öl und höheren Anleiherenditen schürt Ängste vor einer anhaltenden Inflation, die die US-Notenbank Fed zwingen könnte, die Zinsen länger hoch zu halten.

Globale Auswirkungen und Ausblick

Auch die europäischen Börsen spürten den Druck: Paris und Frankfurt verloren jeweils rund 1%, während London leicht um 0,1% zulegte.

Am Mittwoch richten sich alle Blicke auf die Veröffentlichung des Protokolls der Fed-Sitzung von Juli. Daraus könnten Hinweise auf den künftigen Zinspfad erwartet werden.