Australien hat ein wegweisendes Gesetz verabschiedet, das Google, Meta, Microsoft und TikTok zwingt, lokale Medien für die Nutzung ihrer Inhalte zu bezahlen. Bei gescheiterten Verhandlungen droht eine Sondersteuer. Dieses Modell könnte weltweit Schule machen – auch in Argentinien, wo die Debatte um Plattformregulierung gerade Fahrt aufnimmt.

Ein historisches Gesetz mit weltweiter Signalwirkung

Australien hat am 28. November 2025 ein bahnbrechendes Gesetz verabschiedet, das die großen Digitalplattformen – darunter Google, Meta, Microsoft und TikTok – dazu verpflichtet, Medienunternehmen für die Nutzung ihrer Nachrichteninhalte finanziell zu entschädigen. Sollten die Plattformen keine kommerziellen Vereinbarungen mit den Verlagen erzielen, droht ihnen eine spezielle Abgabe. Ziel dieser Maßnahme ist es, das Gleichgewicht zwischen den Tech-Riesen und der lokalen Presse wiederherzustellen, die in den letzten Jahren einen massiven Rückgang der Werbeeinnahmen erlebt hat.

Wie funktioniert das neue System?

Das Gesetz sieht einen Rahmen für kollektive Verhandlungen vor: Die Plattformen können freiwillige Zahlungen anbieten, doch wenn keine Einigung erzielt wird, greift eine zusätzliche Steuer. Diese Einnahmen fließen in einen Fonds zur Förderung des lokalen Journalismus. Der Mechanismus erinnert an den News Media Bargaining Code von 2021, der bereits Google und Meta zu Millionendeals mit australischen Verlagen zwang – allerdings geht das neue Gesetz noch einen Schritt weiter, da es mehr Unternehmen einbezieht und die Steuer als Druckmittel einsetzt.

Wichtige Punkte des Gesetzes:

  • ✓ Verhandlungsmechanismus zwischen Plattformen und Medien
  • ✓ Sondersteuer als Druckmittel bei Scheitern
  • ✓ Finanzierung des lokalen Journalismus
  • ✓ Einbeziehung von TikTok und Microsoft

Australiens Vorgeschichte

Bereits 2021 führte das Land den News Media Bargaining Code ein. Dieser zwang Google und Meta zu Zahlungen, nachdem sie zunächst mit dem Rückzug von Nachrichten drohten. Das neue Gesetz baut darauf auf und erweitert den Kreis der betroffenen Unternehmen deutlich.

Reaktionen der Tech-Konzerne

Die betroffenen Unternehmen reagieren unterschiedlich: Google hat offiziell Widerspruch eingelegt und argumentiert, dass Links und Nachrichtenfragmente bereits Traffic auf die Websites der Medien bringen. Meta drohte erneut damit, Nachrichteninhalte aus seinen Plattformen zu entfernen – eine Taktik, die das Unternehmen bereits 2021 während der Verhandlungen zum Bargaining Code anwendete. Microsoft zeigt sich hingegen kompromissbereiter, hat aber noch keine offizielle Stellungnahme abgegeben. TikTok, das erstmals in eine solche Regulierung einbezogen wird, hat sich bislang nicht öffentlich geäußert.

Globaler Präzedenzfall – und was bedeutet das für Argentinien?

Die australische Entscheidung könnte weitreichende Folgen haben: In der Region haben Brasilien und Kanada bereits ähnliche Initiativen gestartet, und auch in Argentinien gewinnt die Debatte über die Regulierung digitaler Plattformen an Dynamik. Lokale Medienorganisationen fordern bereits, ein ähnliches Modell zu prüfen. Die Regierung in Buenos Aires, die um ausländische Technologieinvestitionen bemüht ist, könnte jedoch unter Druck der Konzerne geraten, die eine solche Regulierung unbedingt verhindern wollen.

Quellen: Clarín, Google News, La Vanguardia