In einem Interview mit Infobae kündigte der argentinische Außenhandelssekretär Pablo Quirno beeindruckende Zahlen an: Die Exporte kleiner und mittlerer Unternehmen (KMU) erreichten zwischen Januar und Juli 2026 insgesamt 6,5 Milliarden US-Dollar. Das entspricht einem Wachstum von 26 % im Vergleich zum gleichen Zeitraum des Vorjahres und stellt den höchsten Wert seit 2013 dar.
Ein historischer Meilenstein für den Mittelstand
Die KMU sind das Rückgrat der argentinischen Wirtschaft: Sie stellen rund 70 % der formalen Arbeitsplätze des Landes. Der Exportboom stärkt nicht nur die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen, sondern schafft auch neue Arbeitsplätze und fördert regionale Wirtschaftskreisläufe. Besonders dynamisch entwickelten sich laut Quirno die Branchen Agroindustrie, Metallverarbeitung und Technologie.
Warum ist das wichtig? Argentinien hat in den letzten Jahren stark unter wirtschaftlichen Krisen, hoher Inflation und Kapitalverkehrskontrollen gelitten. Die KMU sind besonders betroffen, da sie weniger Zugang zu internationalen Finanzmärkten haben. Dieser Rekord zeigt, dass sie trotz der schwierigen Rahmenbedingungen international wettbewerbsfähig sein können.
Die Zahlen im Detail
| Zeitraum | Exportwert | Veränderung |
|---|---|---|
| Januar – Juli 2026 | 6,5 Mrd. USD | +26 % zum Vorjahr |
| Januar – Juli 2025 | ca. 5,16 Mrd. USD | – |
Anmerkung: Die Werte für 2025 wurden auf Basis der offiziellen Wachstumsrate von 26 % geschätzt (nicht offiziell bestätigt).
Was steckt hinter dem Wachstum?
Quirno führte den Anstieg auf mehrere Faktoren zurück: eine verbesserte Wechselkurs-Wettbewerbsfähigkeit, den Abbau bürokratischer Handelshemmnisse und eine starke Nachfrage nach argentinischen Produkten – insbesondere nach Lebensmitteln und Software. Die Exporteure hätten zudem ihre Zielmärkte diversifiziert, mit Schwerpunkt auf Asien und Nordamerika.
Ein Hoffnungsschimmer für die Zukunft
Wenn der Trend anhält, könnte Argentiniens KMU-Sektor bis Ende 2026 die Marke von 12 Milliarden US-Dollar erreichen – ein absolutes Rekordjahr. Der Außenhandelssekretär appellierte an die Politik, die Rahmenbedingungen zu verbessern: "Wir sehen den Einsatz tausender Unternehmer, die produzieren und die Welt beliefern wollen. Wir müssen das fiskalische Gleichgewicht halten, damit dieser Aufschwung nachhaltig bleibt."
Hintergrund: Der letzte Rekord stammt aus dem Jahr 2013. Danach bremsten die wirtschaftliche Stagnation, die COVID-19-Pandemie und eine schwache internationale Nachfrage den Exportmotor der KMU. Mit diesem neuen Höchststand sendet der Sektor ein starkes Signal für die Erholung der gesamten Volkswirtschaft.
Was bedeutet das für ausländische Partner?
Für internationale Käufer und Investoren ist dies ein Hinweis auf die zunehmende Reife und Internationalisierung der argentinischen KMU. Deutsche Unternehmen könnten beispielsweise von neuen Handelsabkommen oder Joint Ventures im Technologie- und Lebensmittelsektor profitieren.
Quelle: Infobae