Die Stimmung in Brüssel ist extrem angespannt. Deutschland hat ein deutliches Nein zum irischen Vorschlag für den Haushalt der Europäischen Union für den Zeitraum 2028-2034 ausgesprochen. Aus Berliner Sicht ist die vorgeschlagene Kürzung lediglich symbolisch und bietet keine reale Grundlage für eine Einigung.
Der irische Vorschlag sah eine Reduzierung um 159 Milliarden Euro vor, was etwa 8 % des gesamten Entwurfs entspricht. Deutschland und seine Verbündeten halten diese Zahl jedoch angesichts des geplanten Ausmaßes der Ausgaben für inakzeptabel.
| Konzept | Wert / Datum |
|---|---|
| Gesamtbudget-Entwurf | Fast 2 Billionen Euro |
| Von Irland vorgeschlagene Kürzung | 159 Milliarden Euro (~8 %) |
| Beitrag Deutschlands | ~25 % des Budgets |
| Gewicht des von Deutschland geführten Blocks | 40 % der Finanzierung |
Der deutsche Minister, Merz, war deutlich: Der Haushalt müsse für diejenigen machbar sein, die den Großteil der Finanzierung tragen. In diesem Sinne führt Deutschland eine gemeinsame Front mit fünf weiteren Ländern an, die weitaus aggressivere Kürzungen fordern:
- Schweden: Ministerin Jessica Rosencrantz bezeichnete den Vorschlag als eine "nicht tragbare Erhöhung".
- Österreich: Ministerin Claudia Bauer erklärte, der Plan sei "meilenweit von einem österreichischen Ja entfernt".
- Weitere Verbündete: Dänemark, Niederlande und Finnland.
Der Streit ist nicht nur numerisch, sondern geopolitisch. Während der Norden Sparsamkeit fordert, wehren sich die Staaten im Süden und Osten gegen jegliche Kürzungen bei den Agrarsubventionen und der regionalen Entwicklung, Posten, die fast die Hälfte der Gesamtausgaben ausmachen.
Die Zeit drängt. Das Thema wird im Zentrum des Gipfels der Staats- und Regierungschefs in Brüssel diesen Donnerstag und Freitag stehen. Ziel ist es, die Einigung vor Ende des Jahres abzuschließen, um zu verhindern, dass die Wahlen 2027 in Frankreich, Italien und Polen das politische Spielfeld verändern und die Verhandlungen blockieren.
Quelle: imago.com.ar