Mario Pergolini, eine der einflussreichsten Persönlichkeiten des argentinischen Radios und Fernsehens, sorgte am Freitag mit einer persönlichen Anekdote für Aufsehen: sein unangenehmes Treffen mit dem legendären Ray Charles. In seiner Sendung Otro Día Perdido (Sender eltrece) erzählte der Moderator von dem Besuch des Musikers in Argentinien und gab zu, dass diese Erfahrung seinen Blick auf den Künstler für immer verändert hat.
Ein Idol der Jugend
Für Pergolini war Ray Charles kein gewöhnlicher Künstler. „Für mich war er ein Idol. Ich wusste alles über ihn“, gab er im Gespräch mit seinen Kollegen Agustín „Rada“ Aristarán und Evelyn Botto zu. Die Gelegenheit, ihn in seiner damaligen Kultursendung Hacelo por mí zu haben, schien der Traum eines jeden Musikfans zu sein.
Doch das Treffen verlief alles andere als ideal. Laut Pergolini war der Besuch von Ray Charles in Argentinien von Anfang an von einer angespannten Atmosphäre geprägt. „Er kam zuerst, und alle waren sehr schlecht gelaunt. Alle schlecht gelaunt“, erinnerte sich Pergolini und beschrieb die Haltung des Umfelds des Musikers.
Der Tag, an dem die Magie zerbrach
Die Situation wurde noch komplizierter, als die Aufzeichnung begann. Laut dem Moderator stellte das Team des Künstlers strenge Bedingungen: „Er sollte nur drei Stücke spielen.“ Die Band probte mehrmals, und erst bei der dritten Probe kam Ray Charles dazu. Doch die Überraschung kam, als der Musiker und seine Begleitung nach dem Spielen aufstanden, um zu gehen.
„Wir werden nicht aufnehmen. Nein, es waren drei Stücke. Wir haben die drei Stücke schon gemacht. Wo zur Hölle geht Ray Charles hin?“, erzählte Pergolini und erlebte die Verwirrung des Produktionsteams noch einmal. Die Spannung eskalierte, als der Manager des Künstlers, den er als „Boxer“ beschrieb, angesichts der Forderung, mehr Material aufzunehmen, gewalttätig wurde.
Der Moderator erwähnte auch die vorherigen Warnungen: „Fass ihn nicht an, man darf ihn nicht grüßen, man darf nicht mit ihm sprechen.“ Trotz allem versuchte die Produktion, den Musiker zu halten, aber die Antwort war eindeutig: „Wir gehen alle.“
„Triff nie deine Helden“
Die Anekdote endete mit einer Überlegung, die viral ging. Pergolini gestand, dass er am Tag von Ray Charles‘ Tod eine Flasche geöffnet und angestoßen habe – nicht auf den Künstler, sondern auf die Erleichterung, diese Geschichte abgeschlossen zu haben. „Ich habe also diese seltsame Sache mit Ray Charles. Wenn ich Musik höre, wie schön. Ich sehe den Film, wie gut. Ich erinnere mich, dass ich ihn getroffen habe, und ich sage: ‚Triff nie deine Helden‘“, sagte er.
Der Satz hallte bei seinen Kollegen nach, die versuchten, eine Erklärung zu finden. Rada vermutete, dass vielleicht der Manager das Problem war, nicht der Musiker. Evelyn Botto bot eine andere Lesart an: „Ihm wird gesagt, wohin er geht und was er tut.“ Aber Pergolini blieb bei seiner Haltung, obwohl er zugab, dass die Erfahrung ihm eine widersprüchliche Beziehung zu Charles‘ Figur hinterlassen hat.
„Das ist mir mit mehreren passiert, und einigen wird es mit mir auch passiert sein“, schloss er mit Humor und machte deutlich, dass der Mythos, Idole nicht zu treffen, aktueller denn je ist.
Wichtige Fakten zur Anekdote
- Sendung: Hacelo por mí (Kultursendung, moderiert von Pergolini).
- Künstler: Ray Charles, Legende des Soul und Rhythm and Blues.
- Konflikt: Der Musiker spielte nur drei Stücke und ging, ohne die Aufnahme zu beenden.
- Reaktion: Der Manager wurde angesichts der Forderungen der Produktion gewalttätig.
- Berühmter Satz: „Triff nie deine Helden“.