Das große Finale: Wer vertritt Argentinien?
Die Spannung in der argentinischen Filmindustrie steigt. Die Akademie hat die Auswahl auf vier Projekte reduziert, die unterschiedlicher nicht sein könnten: von historischer Strenge bis hin zu surrealem Horror.
Hintergrund: Argentiniens Oscar-Tradition
Argentinien hat in den letzten zehn Jahren seinen globalen Ruf gefestigt. Die jährliche Vorauswahl ist mittlerweile ein kulturelles Großereignis. In diesem Jahr ist der Wettbewerb besonders hart, da renommierte Regisseure wie Lucrecia Martel und Juan José Campanella (bekannt für seine preisgekrönten Werke) im Rennen sind. Diese Künstler beherrschen die Sprache internationaler A-Festivals und wissen genau, worauf die Academy of Motion Picture Arts and Sciences (AMPAS) achtet.
Die Nominierten im Überblick
La Virgen de la Tosquera
Regie: Laura Casabé | Drehbuch: Benjamín Naishtat. Eine Adaption der Werke von Mariana Enríquez, die bereits beim Sundance-Festival für Aufsehen sorgte und nun auch auf die Goya-Preise schielt.
Parque Lezama
Die Rückkehr von Juan José Campanella mit einer hochkarätigen Besetzung, angeführt von den Schauspiel-Legenden Luis Brandoni und Eduardo Blanco.
Nuestra Tierra
Ein viszeraler Blick von Lucrecia Martel auf den Fall Javier Chocobar und die komplexen Landkonflikte in Argentinien.
El Partido
Juan Cabral und Santiago Franco analysieren die Epik der WM 1986 in Mexiko und die tiefen Wunden des Malvinas-Krieges (Falklandkrieg).
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Das finale Urteil wird am kommenden Montag, den 28. September um 18:00 Uhr bekannt gegeben.
Experten-Prognose: Was könnte passieren?
Aufgrund des Erfolgs in Sundance könnte La Virgen de la Tosquera einen Wettbewerbsvorteil haben, falls die Akademie ein disruptives Genre sucht. Andererseits wäre die Handschrift von Lucrecia Martel eine starke Wette auf das reine Autorenkino. Vielleicht würde das historische Gewicht von El Partido die Waagschale neigen, wenn eine emotional kraftvolle Erzählung für die US-amerikanische Jury gesucht wird.