Eine stille Bedrohung, die Aufmerksamkeit braucht

Am 28. Juli 2026 wird der Welt-Hepatitis-Tag begangen – ein von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) initiierter Aktionstag, um auf die Leberentzündung aufmerksam zu machen, die akut oder chronisch verlaufen kann. Laut Quellen wie Infobae lebten im Jahr 2024 weltweit 287 Millionen Menschen mit einer chronischen Hepatitis B oder C, und fast 1,4 Millionen sterben jährlich an den Folgen wie Leberzirrhose und Leberkrebs.

Die diesjährige Kampagne steht unter dem Motto Hepatitis: Lasst uns sie entschlüsseln und zielt darauf ab, Barrieren zwischen der Bevölkerung und lebensrettenden Gesundheitsdiensten abzubauen. In der Region Amerika warnt die Panamerikanische Gesundheitsorganisation (PAHO), dass 10 Millionen Menschen mit chronischer Hepatitis B oder C leben und alle 30 Sekunden ein Mensch weltweit an dieser Krankheit stirbt.

Rückgang der Impfungen in Argentinien: Ein Weckruf

Im Rahmen des Gedenktages schlugen argentinische Fachleute Alarm. Wie Rosario3 berichtet, erklärte der Hepatologe Dr. Esteban González Ballerga (Arztnummer 78.316), Leiter der Gastroenterologie am Hospital de Clínicas in Buenos Aires, dass die Impfrate gegen Hepatitis A in den letzten zwei Jahren von 100 % auf 80 % gefallen sei.

Mit 12 Monaten sollte jeder geimpft werden. Wenn wir die Impfung nicht konsequent anwenden, wird das in Zukunft Probleme bringen.

Dr. Esteban González Ballerga, Hospital de Clínicas

Obwohl die meisten Hepatitis-A-Fälle mild verlaufen, haben etwa 20 % der Infizierten ein erhöhtes Risiko für schwere Verläufe. Daher bleibt die Impfung das wirksamste Präventionsmittel.

Welche Hepatitis-Typen gibt es und wie werden sie übertragen?

Hepatitis-TypHauptübertragungswegBesonderheiten
Hepatitis A und EFäkal-oral (verunreinigtes Wasser oder Lebensmittel). Hepatitis E auch durch unzureichend gegartes Fleisch.Verursachen meist akute Hepatitis. Hepatitis E kann bei Schwangeren schwer verlaufen.
Hepatitis B, C und DBlutkontakt, gemeinsame Nadeln, ungeschützter Geschlechtsverkehr. B und D auch von Mutter zu Kind.Können akut und chronisch werden. Hepatitis B ist die achtthäufigste Todesursache weltweit.

Symptome und die Bedeutung der Früherkennung

Eine große Herausforderung ist, dass Hepatitis oft monate- oder jahrelang symptomlos verläuft. Treten Anzeichen auf, ähneln sie einer Grippe: allgemeines Unwohlsein, Müdigkeit, Übelkeit. Bei Fortschreiten kann es zu Gelbsucht (Gelbfärbung von Haut und Augen), dunklem Urin und hellem Stuhl kommen.

In Argentinien ist Hepatitis C die häufigste Ursache für Lebertransplantationen aufgrund von Zirrhose und Leberkrebs. Schätzungsweise 1 % der Bevölkerung ist betroffen, doch die meisten wissen nichts davon. Die gute Nachricht: Moderne Behandlungen ermöglichen Heilungsraten von nahezu 95 %. Fachleute empfehlen Menschen über 50 Jahren, mindestens einmal im Leben einen Test durchführen zu lassen.

Prävention: Eine Botschaft der Hoffnung

Chronische Hepatitis ist vermeidbar und behandelbar. Es gibt wirksame Impfstoffe gegen Hepatitis A und B (für Hepatitis C gibt es keinen Impfstoff, aber eine definitive Heilung). Im Hospital de Clínicas wurden nach einer Untersuchung von 370 Personen 187 empfängliche Patienten identifiziert; 78 begannen mit dem Impfschema gegen Hepatitis B, 53 gegen Hepatitis A.

Neben der Impfung schützen auch regelmäßiges Händewaschen, der Konsum von sauberem Wasser, die Verwendung von Kondomen, das Vermeiden von gemeinsamen Nadeln und regelmäßige ärztliche Kontrollen. Dr. González Ballerga fasst zusammen: Die Heilung ist mit einfachen, wirksamen und verfügbaren Behandlungen möglich, aber die Früherkennung bleibt der Schlüssel.