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Netanyahu und Trump schmieden gegen Iran eine „Granitmauer“-Allianz in Washington

29/07/2026 09:43 - Internacionales

Eine „Granitmauer“-Allianz in Kriegszeiten

Datum des Ereignisses: 28. Juli 2026 | Quellen: DW und Infobae

Der israelische Premierminister Benjamin Netanyahu traf am 27. Juli 2026 in Washington ein, um sein achtes Treffen mit US-Präsident Donald Trump seit 2025 abzuhalten. Das fast anderthalbstündige, hinter verschlossenen Türen geführte Gespräch war das erste persönliche Zusammentreffen beider Führer seit Beginn der gemeinsamen Offensive gegen Iran am 28. Februar 2026.

Netanyahu bezeichnete das Treffen als „großartig“ und „eines der besten“, das sie je hatten, und dementierte damit jegliche Risse in der bilateralen Beziehung. In einem Interview mit dem Sender Fox News beschrieb der israelische Regierungschef die Allianz mit Washington als eine „Granitmauer“ und bekräftigte, dass beide Regierungen ein gemeinsames vorrangiges Ziel verfolgen: zu verhindern, dass das Teheraner Regime Atomwaffen erlangt – „sei es auf diplomatischem Wege oder mit anderen Mitteln“.

Die Reise trotz Haftbefehls des Internationalen Strafgerichtshofs

Netanyahus Flug in die USA war nicht frei von geopolitischer Brisanz. Die israelische Regierungsmaschine, die vom Stützpunkt Nevatim gestartet war, überflog den Luftraum von Griechenland, Italien, Frankreich und Kanada – vier Staaten, die das Römische Statut (Gründungsvertrag des Internationalen Strafgerichtshofs) unterzeichnet haben.

Dies geschah vor dem Hintergrund des im November 2024 vom IStGH gegen Netanyahu erlassenen Haftbefehls wegen mutmaßlicher Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit. Obwohl der Internationale Strafgerichtshof keine direkten Zwangsmechanismen besitzt, sind die Unterzeichnerstaaten theoretisch verpflichtet, Personen mit Haftbefehl festzunehmen, wenn sie ihr Hoheitsgebiet oder ihren Luftraum betreten – in der diplomatischen Praxis wird dies jedoch bei durchreisenden Führungspersönlichkeiten selten umgesetzt.

Die Spannungen verschärften sich auf lokaler Ebene in den USA, als der Bürgermeister von New York, Zohran Mamdani, die Bundesbehörden aufforderte, den israelischen Regierungschef zu verhaften, falls er die Stadt für den nächsten UN-Gipfel besuchen sollte. Trump jedoch wies jede Aktion auf US-Boden entschieden zurück und erklärte, Netanyahu werde „nicht verhaftet“ während seines Aufenthalts.

Iran und der unterirdische Atomkomplex „Pickaxe“

Das Hauptthema des Treffens drehte sich um Iran. Das Gespräch fand in einem Moment höchster Anspannung statt, nach einem jüngsten Austausch von Raketenangriffen. Nach Angaben des US-Militärs feuerte Iran mehrere ballistische Raketen auf in der Region stationierte US-Streitkräfte ab, die jedoch alle abgefangen wurden. Parallel dazu reklamierte die iranische Revolutionsgarde Angriffe auf US-Militäreinrichtungen in Jordanien für sich.

Trump erklärte, er wisse genau, „was in Pickaxe vor sich geht“ – eine Anspielung auf den mutmaßlichen unterirdischen iranischen Atomkomplex in den Bergen von Natanz. Ein israelischer Beamter, der von Associated Press zitiert wurde, gab an, Netanyahu habe die Bereitschaft Israels bekräftigt, auf jeden direkten Angriff Irans zu reagieren, wobei man jedoch auf das Urteil der USA vertraue, um eine mögliche Eskalation zu handhaben.

Ein weiterer Reibungspunkt war der mögliche Verkauf von F-35-Kampfflugzeugen an die Türkei, dem Israel ablehnend gegenübersteht. Zudem wurden die Forderungen nach einem Abzug israelischer Truppen aus Gaza, Syrien und dem Libanon erörtert.

Fortschritte im Libanon und in Gaza

Netanyahu verpflichtete sich, die von den USA vorangetriebenen Wiederaufbau- und Stabilisierungsbemühungen nicht zu behindern. Im Südlibanon stimmte Israel zu, eine begrenzte Stationierung der libanesischen Armee in Dörfern zu erlauben, in denen zuvor die Hisbollah operierte. Die nächsten Verhandlungen sollen in Rom stattfinden.

Beerdigung von Senator Lindsey Graham

Nach dem Treffen erschienen Netanyahu, Trump und Vizepräsident JD Vance gemeinsam bei der Beerdigung von Senator Lindsey Graham und demonstrierten damit öffentlich die Stärke der Allianz. Die nächsten Wahlen in Israel sind für Oktober 2026 angesetzt.

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Alfredos Kolumne Alfredo S. Quiroga

Alfredo S. Quiroga