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Migrationskrise in Ceuta: Tausende schwimmen nach Spanien – Armee soll helfen

30/07/2026 15:09 - Internacionales

Notstand an der EU-Außengrenze

Die spanische Stadt Ceuta (autonome Gemeinschaft in Nordafrika) erlebt seit Tagen eine dramatische Zuspitzung der Migrationslage. In der Nacht zum 30. Juli 2026 überwanden hunderte Menschen den Grenzzaun, während bereits in den fünf Tagen zuvor rund 2.000 Migranten aus Marokko nach Ceuta geschwommen waren – etwa 300 pro Tag.

Der Präsident der Stadt, Juan Jesús Vivas, bezeichnete die Situation als „absolute humanitäre und soziale Notlage“ und forderte die spanische Zentralregierung auf, den Notstand für die nationale Sicherheit auszurufen, einschließlich des Einsatzes der Armee. Die Versammlung von Ceuta, in der alle Parteien vertreten sind, unterstützte diesen Antrag einstimmig. Innenminister Fernando Grande-Marlaska kündigte an, am Freitag, dem 31. Juli, nach Ceuta zu reisen, um sich vor Ort ein Bild zu machen.

Der Auslöser der Krise

Ein aktuelles Urteil des spanischen Obersten Gerichtshofs hat diese Welle ausgelöst. Das Gericht entschied, dass die spanische Gesetzgebung keine „sofortigen Zurückweisungen“ (devoluciones en caliente) von Personen erlaubt, die beim Schwimmen nach Ceuta im Meer aufgegriffen werden – im Gegensatz zu jenen, die den Grenzzaun über Land überwinden. Die Entscheidung verbreitete sich rasch in sozialen Medien und wirkte als Anreiz. In diesem Zeitraum wurden mindestens 60 Leichen aus dem Wasser geborgen.

Schlüsseldaten zur Grenze

Fläche18,5 km²
Einwohner83.500
Landgrenze zu Marokko6,4 km (doppelter Zaun, 6 m hoch)
Spanische SouveränitätSeit 1668 (Vertrag von Lissabon)

Marokko, das Ceuta unter der Doktrin des „Großmarokko“ beansprucht, wies Vorwürfe zurück, die Grenzübertritte erleichtert zu haben, und machte kriminelle Schlepperbanden verantwortlich. Die irregulären Ankünfte in Ceuta lagen 2026 um 164 % höher als im gleichen Zeitraum 2025. Die Krise erinnert an Mai 2021, als innerhalb weniger Tage über 6.000 Menschen die Grenze überquerten.

Quellen: Infobae und Vatican News.

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Alfredo S. Quiroga