Guatemala erlebt eine neue Eruptionsphase des mächtigen Volcán de Fuego. Aschewolken steigen bis zu 6.000 Meter hoch, die Behörden haben die Alarmstufe Orange ausgerufen und Dutzende Familien evakuiert. Erfahren Sie die Details dieses Naturphänomens und die aktivierten Sicherheitsmaßnahmen.

Ausbruch des Volcán de Fuego: Die Urgewalt der Natur in Guatemala

Der Volcán de Fuego (Feuervulkan), einer der aktivsten Vulkane Mittelamerikas, ist in eine neue Eruptionsphase eingetreten und entfesselt ein Naturschauspiel gigantischen Ausmaßes. Seit dem 2. August 2026 beobachten das Nationale Institut für Seismologie, Vulkanologie, Meteorologie und Hydrologie (Insivumeh) und die Nationale Koordinierungsstelle für Katastrophenvorsorge (CONRED) die zunehmende vulkanische Aktivität genau.


Was passiert am Volcán de Fuego?

Am 4. August 2026 riefen die guatemaltekischen Behörden die Alarmstufe Orange aus, nachdem starke Explosionen, anhaltende Gas- und Ascheemissionen sowie der Absturz von pyroklastischen Strömen in verschiedenen Schluchten des Vulkans registriert wurden. Die beeindruckenden Aschewolken erreichten eine Höhe von 6.000 Metern, während glühende Lavaströme 200 bis 300 Meter über den Krater aufstiegen und den Berg nachts erleuchteten.

Der Vulkan, der eine Höhe von 3.763 Metern hat und etwa 35 Kilometer südwestlich der Hauptstadt Guatemala-Stadt liegt, ist fast ständig aktiv, erlebt aber regelmäßig stärkere Ausbrüche wie den aktuellen.

Präventions- und Evakuierungsmaßnahmen

Um die Bevölkerung zu schützen, aktivierte CONRED den Notfallplan und koordinierte die präventive Evakuierung der am stärksten gefährdeten Gemeinden. Insgesamt wurden 250 Personen (50 Familien) aus den Ortschaften El Porvenir und Las Lajitas in der Gemeinde San Juan Alotenango in Sicherheit gebracht.

Als zusätzliche Sicherheitsmaßnahme wurden der Präsenzunterricht in Alotenango, Escuintla und Yepocapa ausgesetzt und die Nationalstraße 14 gesperrt – eine strategische Verbindung zwischen dem Süden des Landes und der Kolonialstadt Antigua Guatemala.

Was sind pyroklastische Ströme?

Pyroklastische Ströme sind Gemische aus Gasen, Asche und Gesteinsbrocken mit extrem hohen Temperaturen, die mit großer Geschwindigkeit die Hänge eines Vulkans hinabfließen. Sie gehören zu den gefährlichsten Phänomenen eines Ausbruchs, da sie aufgrund ihrer Hitze und Geschwindigkeit alles auf ihrem Weg zerstören können.

Ein warnendes Beispiel aus der Vergangenheit

Die Evakuierungen sollen Tragödien wie die vom 3. Juni 2018 verhindern, als ein heftiger Ausbruch desselben Vulkans pyroklastische Ströme auslöste, die mehrere Gemeinden verwüsteten. Dabei kamen 202 Menschen ums Leben, 229 gelten als vermisst, und mehr als 1,7 Millionen Menschen waren von Aschefall betroffen. Glücklicherweise wurden bei diesem neuen Ausbruch bisher keine Todesopfer gemeldet.

Empfehlungen für die Bevölkerung

Die Behörden haben folgende Hinweise für Anwohner und Touristen in der Region herausgegeben:

  • Wichtig: Halten Sie sich von den Schluchten fern, in denen pyroklastische Ströme herabfließen.
  • Gesundheit: Tragen Sie Atemschutzmasken, um die Atemwege vor der Asche zu schützen.
  • Zuhause: Decken Sie Wassertanks ab, um eine Verunreinigung zu vermeiden.
  • Vorbereitung: Halten Sie den „72-Stunden-Rucksack“ mit lebenswichtigen Dingen bereit.
  • Kommunikation: Folgen Sie ausschließlich den Anweisungen der Behörden und melden Sie Notfälle unter der Nummer 119.

Quellen: TN, Infobae und La Tecla.