Am 7. August 2026 übernimmt Abelardo de la Espriella das Präsidentenamt in Kolumbien und kündigt ein Ende der Friedensgespräche sowie eine neue Militäroffensive an. Die letzte Guerillagruppe des Landes, das ELN, bereitet sich auf den bewaffneten Kampf vor. Mit rund 6.300 Mitgliedern droht sie mit Angriffen in Städten und ländlichen Gebieten. Die Lage ist angespannt, die Bevölkerung fürchtet eine Eskalation des jahrzehntelangen Konflikts.

Kolumbien am Scheideweg

Am 7. August 2026 übernahm Abelardo de la Espriella die Präsidentschaft Kolumbiens. Der konservative Anwalt und Bewunderer von Donald Trump versprach, die Friedensgespräche zu beenden und eine neue Offensive gegen bewaffnete Gruppen zu starten. Als Reaktion darauf erklärte das Ejército de Liberación Nacional (ELN), die letzte linke Guerilla des Landes, dass sie zum Krieg bereit sei.

Historischer Kontext: Das ELN und der kolumbianische Konflikt

Das ELN wurde 1964 gegründet und verbindet Marxismus-Leninismus mit Befreiungstheologie und der Fokustheorie von Che Guevara. Im Gegensatz zu den FARC, die sich 2016 nach einem Friedensabkommen demobilisierten, besteht das ELN darauf, die Waffen nur nach einer grundlegenden Veränderung des politischen und wirtschaftlichen Systems niederzulegen. Der 62-jährige Konflikt hat Hunderttausende Tote und Millionen Vertriebene gefordert.

Die Haltung des ELN gegenüber der neuen Regierung

In den Tiefen des Dschungels im Departamento Chocó erklärte der Kommandeur der Westlichen Kriegsfront des ELN, bekannt unter dem Pseudonym Yerson, gegenüber The Guardian, dass die Guerilla zur Offensive übergehen werde, wenn die nationale Führung dies anordne. "Angriffe in Städten, auf dem Land, wo auch immer" – so seine Warnung. Die Gruppe verfügt über etwa 6.300 Mitglieder (Kämpfer und zivile Unterstützer), verteilt auf Kolumbien und Venezuela.

Yerson kritisierte die Amtszeit von Präsident Gustavo Petro als oberflächlich und bezeichnete das demokratische System als "Falle" der Oligarchie. "Der ideologische Kampf ist nicht verloren. Wir stehen auf der richtigen Seite der Geschichte", betonte er.

Die Antwort von De la Espriella

De la Espriella, ein millionenschwerer Strafverteidiger und Bewunderer von Donald Trump, gab den bewaffneten Gruppen ein Ultimatum von einem Monat zur Aufgabe. Seine Strategie umfasst eine verstärkte Sicherheitskooperation mit den USA und den Bau von Mega-Gefängnissen nach dem Vorbild des salvadorianischen Präsidenten Nayib Bukele.

Finanzierung und Operationen des ELN

  • Einkommensquellen: Steuern auf illegalen Goldabbau, Abholzung und Entführungen.
  • Bewaffnung: AK-47- und AR-15-Sturmgewehre, .50-Kaliber-Scharfschützengewehre und Drohnen.
  • Aktuelle Aktion: Eine Autobombe vor einer Polizeistation verletzte 12 Polizisten und 3 Zivilisten.

Territorialer Streit in Chocó

Das ELN kämpft gegen den Clan del Golfo, eine rechtsextreme Paramilitärgruppe, um die Kontrolle über den Fluss San Juan, seine Bergbauressourcen und die Bevölkerung.

Auswirkungen auf die Zivilbevölkerung

Trotz der Vorwürfe der Vereinten Nationen und von Human Rights Watch, Minderjährige zu rekrutieren, versicherte Yerson, dass seine Regeln nur die Aufnahme von Personen über 16 Jahren erlauben. Die Guerilla operiert wie ein "embryonaler Staat", der Steuern von allen kommerziellen Einrichtungen in seinem Einflussgebiet erhebt. Obwohl sie behaupten, dass der Kokaanbau in ihren Territorien in Chocó verschwunden sei, räumen sie ein, Steuern vom Drogenhandel zu erheben, wie von jedem anderen Geschäft auch.

Die Zukunft Kolumbiens erscheint ungewiss: eine Regierung, die zu einer harten Hand entschlossen ist, und eine Guerilla, die von der Legitimität ihres bewaffneten Kampfes überzeugt ist, lassen ein intensiveres Kapitel des historischen Konflikts erwarten. Trotz der Herausforderungen sehnt die kolumbianische Zivilgesellschaft weiterhin einen dauerhaften Frieden herbei, der Entwicklung und Versöhnung ermöglicht.

Quelle: The Guardian