Ein Wintermärchen mitten im August
Während auf der Nordhalbkugel der Sommer in vollem Gange ist, erlebt Neuseeland eine der außergewöhnlichsten Winterwochen seiner Geschichte.
Zwischen Dienstag, dem 4. August, und Mittwoch, dem 5. August 2026, sorgte eine plötzliche Polarluftfront für chaotische, aber auch zauberhafte Zustände auf beiden Hauptinseln des Landes. Die Temperaturen stürzten in Rekordzeit, und dichte Schneefälle bedeckten Städte und Küsten, die normalerweise nur Regen und milde Winterluft gewohnt sind. In den sozialen Medien teilten die Neuseeländer atemberaubende Bilder und Videos, die um die Welt gingen.
Wellington: Historischer Schneefall nach 15 Jahren
Die Hauptstadt Neuseelands erlebte am Dienstagmittag ein seltenes Naturschauspiel: Zum ersten Mal seit 15 Jahren fiel Schnee auf Meereshöhe. Büroangestellte verließen ihre Arbeitsplätze, um den Moment festzuhalten und im Schnee zu spielen. Die Begeisterung war riesig – für viele war es der erste Schneefall ihres Lebens in der eigenen Stadt.
Dunedin: Extremsport auf Baldwin Street
In Dunedin auf der Südinsel schickten die Behörden die Schüler wegen der starken Schneefälle nach Hause. Die Einwohner nutzten die Gunst der Stunde für ein ungewöhnliches Abenteuer: Sie schnappten sich ihre Skier und Snowboards und rasten die Baldwin Street hinunter – die laut Guinness-Buch der Rekorde steilste bewohnte Straße der Welt mit einem Gefälle von bis zu 35 Prozent.
Eisige Temperaturen und Energiekrise
Die Kälte war extrem: Drei Orte auf der Südinsel meldeten am Mittwoch Tiefstwerte von minus 9 Grad Celsius. In Christchurch verwandelte sich der Strand von New Brighton in eine weiße Winterlandschaft, und ein Flugzeug musste seinen Landeanflug auf den internationalen Flughafen wegen heftiger Seitenwinde und Regenschauern abbrechen.
Die Polizei meldete zahlreiche Unfälle auf vereisten Straßen und riet dringend von unnötigen Fahrten ab. Der nationale Stromnetzbetreiber Transpower verzeichnete derweil den höchsten jemals gemessenen Stromverbrauch in einem Morgen-Peak und warnte vor möglichen Engpässen am Freitagmorgen, da Heizungen und elektrische Geräte landesweit auf Hochtouren liefen.