Das Passagierflugzeug C919, hergestellt vom staatlichen chinesischen Hersteller Comac, wird am Mittwoch, den 12. August 2026, von Peking nach Ulan Bator in der Mongolei starten. Als Asiens Hoffnung, das Duopol von Boeing und Airbus zu brechen, weisen Experten darauf hin, dass noch ein weiter Weg bevorsteht, da das Flugzeug stark von ausländischen Komponenten abhängig ist.

China sucht das westliche Luftfahrt-Duopol herauszufordern

Das Passagierflugzeug C919, hergestellt vom staatlichen chinesischen Konzern Comac, wird am Mittwoch, den 12. August 2026 um 15:00 Uhr vom internationalen Flughafen Peking in Richtung Ulan Bator, der Hauptstadt der Mongolei, starten. Der von Air China durchgeführte Flug markiert die erste internationale kommerzielle Reise des Flugzeugs.

Comacs Herausforderung an den globalen Markt

Der C919, ähnlich groß wie die Boeing 737, wurde von China als große Alternative zur historischen Dominanz der Boeing-Airbus-Dupel präsentiert, insbesondere auf dem asiatischen Markt. Der Weg zur internationalen Konsolidierung ist jedoch voller technologischer und geopolitischer Hindernisse.

Seit seiner Vorstellung im Jahr 2015 verlief die Entwicklung des Jets im Vergleich zu anderen chinesischen technologischen Fortschritten langsam. Einer Analyse des Centre for Strategic and International Studies (CSIS) aus dem Jahr 2020 zufolge befinden sich mehr als die Hälfte der Zulieferer des C919 in den Vereinigten Staaten. Experten weisen darauf hin, dass der Bau von Verkehrsflugzeugen eine Integration fortschrittlicher Wissenschaften und einer globalen Lieferkette erfordert, die China noch perfektioniert.

Meinungen von Experten

Scott Kennedy, Berater des CSIS, stellte fest, dass der Flug nach Ulan Bator im Wesentlichen eine PR-Maßnahme sei. Er fügte hinzu, dass es „sehr unwahrscheinlich" sei, dass Comac zu einer ernsthaften Herausforderung für Boeing und Airbus werde, „selbst innerhalb einer Generation".

Kyle Chan, Forscher an der Brookings Institution, hob die Schwierigkeit des Prozesses hervor: „Große Passagierflugzeuge zu bauen, die sicher und zuverlässig sind, ist um eine Größenordnung schwieriger als Elektrofahrzeuge herzustellen."

Der Akademiker Zhang Yanzhong von der Chinesischen Akademie für Ingenieurwesen räumte in staatlichen Medien ein, dass es noch ein „weiter Weg bis zum kommerziellen Erfolg" sei, warnte jedoch davor, dass die Abhängigkeit von anderen Ländern bei dieser Technologie „die nationale strategische Sicherheit gefährden würde".

Kontext: Handel und geopolitische Spannungen

Der C919 fliegt seit 2023 auf Inlandsrouten, doch die Expansion war bescheiden: Im Jahr 2025 lieferte Comac nur 15 Einheiten aus – weit unter dem Ziel von 75 Flugzeugen. Zudem wurde das Flugzeug von europäischen und US-amerikanischen Aufsichtsbehörden noch nicht zugelassen.

Im internationalen Handel unterzeichnete die in Brunei ansässige Fluggesellschaft GallopAir im Jahr 2023 eine Vereinbarung über 2 Milliarden US-Dollar für den Kauf von 30 Flugzeugen, obwohl die Fluggesellschaft noch keinen kommerziellen Betrieb aufgenommen hat.

Die Geopolitik spielt ebenfalls eine entscheidende Rolle. Während des Handelskriegs suspendierten die USA die Ausfuhr einiger Produkte an Comac. Nach dem Besuch von Präsident Donald Trump in Peking im Mai 2026 jedoch vereinbarte China den Kauf von 200 Boeing-Flugzeugen im Austausch gegen Garantien für die Lieferung von Triebwerksteilen und Komponenten. Die aktuelle Handelspause soll im November 2026 auslaufen.

Flugdaten


  • Flugzeug: Comac C919
  • Datum: 12. August 2026
  • Start: Peking, China (15:00 Uhr)
  • Ziel: Ulan Bator, Mongolei
  • Dauer: ca. 2 Stunden
  • Betreiber: Air China

Was ist der C919?

Es ist ein Passagierflugzeug mit schmalem Rumpf (Narrow-Body-Jet), entwickelt von der Commercial Aircraft Corporation of China (Comac). Es ist für 158 bis 168 Passagiere ausgelegt und soll direkt mit dem Airbus A320 und der Boeing 737 konkurrieren.

Quelle: The Guardian