Am 16. August 2026 wurde Angelita Manoela Rodrigues im Supermarkt von Morro Grande, Piedade (São Paulo), von ihrem Ex-Partner Lafayete Gonzaga da Silva mit drei Messerstichen brutal ermordet. Der Täter wurde noch am Tatort festgenommen. Das Verbrechen ist der traurige Höhepunkt jahrelanger häuslicher Gewalt – Freunde und Kollegen hatten die Frau mehrfach gewarnt.

Ein Angriff am helllichten Tag

Am Sonntag, dem 16. August 2026, gegen 13:00 Uhr, ereignete sich in der Kleinstadt Morro Grande, im Bundesstaat São Paulo (Brasilien), ein Femizid, der die gesamte Region erschütterte. Angelita Manoela Rodrigues stand in der Schlange an der Fleischtheke eines Supermarkts, als ihr Ex-Partner Lafayete Gonzaga da Silva den Laden betrat und sie von hinten mit einem Messer attackierte. Mindestens drei Stiche waren tödlich.

Überwachungskameras dokumentierten den brutalen Vorfall. Im Supermarkt brach Panik aus, auch mehrere Kinder waren anwesend. Kunden versuchten, den Angreifer zu stoppen, indem sie Gegenstände nach ihm warfen. Schließlich gelang es Zeugen, den Mann zu überwältigen, bevor die eintreffende Polizei ihn festnahm.

Ein tragisches Ende nach zehn Jahren Gewalt

Angelita wurde sofort ins Krankenhaus Brasilândia gebracht, erlag jedoch kurz darauf ihren schweren Verletzungen. Die Ermittlungen übernahm die 4. Abteilung für Frauenschutz in São Paulo.

Freunde und ehemalige Arbeitskollegen berichteten übereinstimmend, dass die Beziehung von zehn Jahren von körperlicher und psychischer Gewalt, öffentlichen Demütigungen, Drohungen und Isolation geprägt war. Leila Lira, eine enge Freundin und frühere Arbeitskollegin, sagte der Zeitung Folha de São Paulo: „Angelita kam oft mit blauen Flecken im Gesicht zur Arbeit – das wusste jeder im Unternehmen.“ Beide Frauen arbeiteten bei einer Baufirma: Angelita als Reinigungskraft, Lafayete als Elektriker.

Leila schilderte auch weitere Vorfälle: So habe Lafayete einst den Hund von Angelita mit Messerstichen getötet und ein anderes Mal all ihre Kleidung verbrannt und sie vor die Tür gesetzt. Die Freundinnen boten Angelita immer wieder Unterschlupf an und mieteten sogar eine Wohnung, damit sie sich trennen konnte – doch sie kehrte immer wieder zu ihrem Peiniger zurück. „Sie hatte ein viel zu gutes Herz und glaubte, er würde sich ändern. Aber sie hatte auch große Angst vor ihm und seinen Drohungen“, so Leila.

Laut Zeugen wurde Lafayete von der Firma entlassen, weil er betrunken zur Arbeit kam und Kollegen einschüchterte. Angelita verlor ihren Job, weil sie wegen der Schläge oft fehlte. „Ihr Leben war die Hölle“, fasste ihre Freundin zusammen.

Festnahme und widersprüchliche Aussagen

Der Tatverdächtige Lafayete Gonzaga da Silva wurde zur Polizeiwache gebracht und sitzt weiterhin in Haft. In seiner ersten Vernehmung zeigte er sich angeblich reumütig, gab aber zugleich der Frau die Schuld: Sie habe „sein Leben ruiniert“. Die Familie von Angelita hat eine Anwältin beauftragt, um die Anklage zu unterstützen. Die Verteidigung, vertreten durch Rechtsanwältin Sarha Rosenbaum, kündigte an, sich auf die Haftprüfung zu konzentrieren.

Der Fall wird offiziell als Femizid eingestuft – also als Tötung einer Frau aufgrund ihres Geschlechts. In Brasilien gilt das seit 2015 als eigener Straftatbestand mit besonders schweren Strafen. Die Ermittlungen laufen weiter.

Trauer und Entsetzen in der Gemeinde

Die Bewohner von Piedade nahmen am Dienstag Abschied von Angelita Manoela Rodrigues. Sie wurde auf einem örtlichen Friedhof beigesetzt. Der Fall hat erneut die Debatte über Gewalt gegen Frauen in Brasilien angeheizt – einem Land, in dem laut offiziellen Zahlen jeden Tag durchschnittlich mehr als drei Femizide verübt werden.

Quellen

Die Informationen basieren auf folgenden Artikeln: MinutoUno, TN, Nuevo Diario Web und Radio HRN.

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