Am 18. August 2026 um 10:37 Uhr Ortszeit wurde die Provinz Granada in Südspanien von einem weiteren starken Erdbeben erschüttert. Das Beben der Stärke 4,8 (später auf 4,7 korrigiert) hatte sein Epizentrum in der Gemeinde Gójar, nur etwa zehn Kilometer südlich der Stadt. Die Tiefe wurde mit 0 Kilometern angegeben – das erklärt, warum die Erschütterung in der gesamten Metropolregion so stark zu spüren war. Laut dem Nationalen Geographischen Institut (IGN) wurden drei Menschen leicht verletzt, darunter ein Minderjähriger, der in ein Krankenhaus gebracht wurde. Die Notrufzentrale 112 registrierte über 500 Anrufe, die über Steinschläge und mögliche Einstürze berichteten.
Evakuierung der Alhambra und geschlossene Gebäude
Die Verantwortlichen der Alhambra haben den berühmten Palastkomplex vorbeugend evakuiert. Die Nasridenpaläste und die Alcazaba waren für Besucher geschlossen, während die Verwaltungshochreiter – darunter Regierungsgebäude, Museen und Sportanlagen – die Türen dicht machten. Die Gesundheitszentren bleiben geöffnet. In der Metro Granada wurde die Geschwindigkeit der Züge aus Sicherheitsgründen auf 30 km/h gedrosselt. Medienbilder zeigten Risse in Wänden, abgefallene Fassaden und Ziegel auf den Gehsteigen – besonders in Wohnvierteln von Armilla und Las Gabias.
Seismische Serie seit dem 14. August
Dieses Erdbeben gehört zu einer Serie von Erdstößen, die die Provinz seit 14. August 2026 erschüttert. Der stärkste Erdstoß war am 15. August um 1:04 Uhr mit einer Magnitude von 5,0, das Epizentrum lag in Alhendín. Nach Angaben des IGN wurden seitdem mehr als 150 Beben registriert, von denen viele von der Bevölkerung wahrgenommen wurden. Auch in der Nacht zum 20. August gab es wieder Erschütterungen – sechs Beben in verschiedenen Orten, eines der Stärke 3,4 in Dílar um 2:15 Uhr (Tiefe: 5 km) weckte viele Einwohner erneut.
Schäden und Reaktion der Behörden
In Armilla stürzten Teile von Dächern und Fassadenelementen ein; in Las Gabias wurde ein Gebäude wegen möglicher Einsturzgefahr geräumt. Huétor Vega war zeitweise ohne Strom. Das Beben war auch in den Provinzen Almería, Málaga und Córdoba deutlich zu spüren. Der Regionalpräsident Andalusiens, Juanma Moreno, rief zu „maximaler Vorsicht“ auf: „Experten weisen darauf hin, dass Erdstöße und Nachbeben in der Region anhalten können“, schrieb er auf dem Kurznachrichtendienst X. Die Notverwaltung bleibt in der Vorphase des Erdbebennotfallplans aktiv.
„Es ist die gleiche Stelle, die gleiche Verwerfung, dieselbe geologisch betrachtete Zone“, erklärte die Geologin Nieves Sánchez Guitián, Präsidentin der offiziellen Geologenkammer. Sie ist der Meinung, dass die allmähliche Energiefreisetzung „die Schäden geringer macht“.
Nach dem Erdstoß vom 15. August, der in weiten Teilen Andalusiens wahrgenommen wurde und strukturelle Schäden in mehreren Orten verursachte, hat die Provinz Granada das Technische Komitee einberufen, um betroffene Gebäude zu begutachten.
Warum ist das Erbeben so stark zu spüren?
Die geringe Tiefe der Erdstöße – alle unter 10 Kilometern – verstärkt die Wahrnehmung. Zudem liegt die Region Granada in einer Sedimentschicht von etwa drei Kilometern Mächtigkeit, die sich vor rund fünf Millionen Jahren aus einem Binnensee und Flussablagerungen gebildet hat. Diese geologische Struktur leitet die Erbebenswellen besonders effektiv weiter, erklärt die Forscher. „Die Schäden sind strukturell insgesamt gesehen nicht massiv, aber die ständige Bewegung sorgt für Unruhe“, so die Geologin.
Für Touristen, die Granada besuchen, wird empfohlen, die Anweisungen der örtlichen Behörden zu befolgen und den offiziellen Rettungsdiensten über die Notrufnummer zu erreichen. Die Situation bleibt dynamisch – eine Entwarnung kann noch nicht gegeben werden.
Quellen: LM Neuquén · Infobae · Filo News