In einer Rede, die von Aggressivität und Unilateralismus geprägt war, nutzte Donald Trump die 81. UN-Generalversammlung für eine Drohung der 'Vernichtung' gegen den Iran. Der US-Präsident knüpfte diplomatische Lösungen an die Ergebnisse der Zwischenwahlen (Midterms) und vertiefte den Bruch mit globalen Organisationen, indem er eine Regulierung der KI ablehnte und die Legitimität des Internationalen Strafgerichtshofs angriff.

Ein globaler Wendepunkt: Die Strategie des maximalen Drucks

Der Präsident der Vereinigten Staaten bekräftigte seine Haltung des 'maximalen Drucks' und verknüpfte die Sicherheit im Persischen Golf direkt mit seinen innenpolitischen Wahlinteressen und der globalen Energiestabilität.

Donald Trump hat das Podium der Vereinten Nationen (UN) in einen Ort der direkten Konfrontation verwandelt. Das zentrale Thema seines Auftritts war der Konflikt mit dem Iran. Dieser Streit ist massiv eskaliert, insbesondere nach der Blockade der Straße von Hormus (eine der wichtigsten Ölpassagen der Welt) und den Angriffen der Huthi-Rebellen im Roten Meer.

Trump verteidigte nicht nur die gemeinsamen Militäroperationen mit Israel, sondern legte einen strikten politischen Zeitplan für die Diplomatie fest: Jegliche Verhandlungen mit Teheran würden laut seinen Aussagen erst nach den US-Zwischenwahlen (Midterms) im November stattfinden.

Geopolitischer Kontext

Die aktuellen Spannungen resultieren aus einer Gewaltspirale, die im Februar 2026 begann. Diese umfasst die Schließung kritischer Ölrouten und eine globale Energiekrise, bei der der Ölpreis die Marke von 100 USD überschritten hat. Hinzu kommen die US-Sanktionen und die bedingungslose Unterstützung Israels, was den Iran dazu veranlasste, Stellvertreter wie die Huthi-Milizen zu nutzen, um die saudi-arabische Infrastruktur zu destabilisieren.

Technologischer Nationalismus

Jenseits des Nahen Ostens lehnte Trump jegliche globale Regulierung der Künstlichen Intelligenz (KI) kategorisch ab. Er bevorzugte den Begriff 'Super-Intelligenz', um ein Feld zu beschreiben, in dem die USA ohne internationale Einschränkungen die weltweite Führung übernehmen wollen.

Angriffe auf die globale Justiz und Souveränität

In seinem Diskurs griff Trump die Souveränität Kubas frontal an, bezeichnete das Land als 'gescheiterten Staat' (failed state) und sagte den bevorstehenden Zusammenbruch der dortigen Regierung voraus.

Fokus: Der Angriff auf das Völkerrecht

Trump forderte die Mitgliedstaaten auf, den Internationalen Strafgerichtshof (IStGH/ICC) zu verlassen. Ziel dieser Strategie wäre es, strategische Verbündete und US-Militärs vor möglichen Gerichtsverfahren zu schützen, was den Rahmen des humanitären Völkerrechts erheblich schwächen könnte.

Die Rede findet in einem Kontext zunehmender multilateraler Fragilität statt. Während der US-Präsident das Budget der UN kürzt und deren Nützlichkeit in Frage stellt, setzt er verstärkt auf bilaterale Abkommen (Verträge zwischen zwei Staaten), wie etwa die kürzlich getroffene Sicherheitsvereinbarung mit Dänemark über die Kontrolle in Grönland.

Globale Ausblicke und Prognosen

Basierend auf den Aussagen könnten folgende Entwicklungen eintreten:

  • $→$ Eskalation: Die aggressive Haltung gegenüber dem Iran könnte vor November zu weiteren Angriffen in der Straße von Hormus führen.
  • $→$ Tech-Wettrüsten: Die Ablehnung einer KI-Regulierung würde vermutlich ein technologisches Wettrüsten zwischen den USA und China beschleunigen.
  • $→$ Wirtschaftsdruck: Der Druck auf Kuba dürfte in noch aggressiveren wirtschaftlichen Sanktionen resultieren.
  • $→$ Diplomatischer Riss: Die Forderung nach einem Austritt aus dem IStGH könnte eine tiefe Kluft zwischen den europäischen Verbündeten und Washington schaffen.
Quelle der Informationen: imago.com.ar