Ein Fall, der ganz Argentinien erschüttert
Der tödliche Angriff am Sonntag
Laut Berichten von TN und Infobae ereignete sich die Tat am Sonntag, den 2. August 2026 in der Stadt Resistencia, Hauptstadt der nordargentinischen Provinz Chaco. Das Opfer, Matías Julián Álvarez Guardia (29), wurde mit einem einzigen Messerstich in die rechte Brustseite attackiert, während er schlief. Er wurde noch ins Krankenhaus Julio C. Perrando gebracht, starb aber vier Minuten nach der Einlieferung im Operationssaal an einem hypovolämischen Schock und Herz-Kreislauf-Stillstand infolge einer Verletzung der Schlüsselbeinvene.
Ermittlungsdetails
- Staatsanwaltschaft: Ana Graciela González de Pacce (Staatsanwaltschaft Nr. 2).
- Verteidigung: Marco Molero und Lucas Ignacio Bosch.
- Sichergestelltes Fahrzeug: Grauer Chevrolet Aveo (Kennzeichen LJU-372), mit dem das Opfer ins Krankenhaus gebracht wurde.
- Anklage: Totschlag mit erschwerenden Umständen aufgrund der Beziehung (bei Verurteilung droht lebenslange Haft).
Quelle: Diario Norte
Eine Vorgeschichte voller Gewalt
Die Familie des Opfers, insbesondere die Schwester Noelia Guardia, berichtete, dass die Beziehung der beiden über zweieinhalb Jahre von Eifersucht, Kontrolle und körperlicher Gewalt geprägt war. Sie behaupten, dass Cantero in der Nacht mit einem Zweitschlüssel in die Wohnung gelangte und Matías im Schlaf angriff. Noelia Guardia sagte gegenüber TN: „Er wurde im Schlaf getötet. Er hatte keine Zeit, sich zu verteidigen. Sie hat Kenntnisse – ihr Vater ist Arzt – und der Stich war präzise.“ Die Familie gab an, dass Matías bereits früher Anzeige erstattet und eine einstweilige Verfügung beantragt hatte, die jedoch nicht umgesetzt wurde. Auch von Vorfällen, bei denen die Beschuldigte ihm Handys zerstörte und seinen Pickup mit einem Ziegelstein demolierte, ist die Rede.
Eiskalte Social-Media-Posts
Nach der Tat wurden alte Facebook-Posts der Beschuldigten öffentlich. Im Dezember 2025 schrieb Cantero unter anderem: „Ich will ein und denselben Mann für den Rest meines Lebens lieben und misshandeln“ und „Ich verstehe nicht, warum Frauen einen Labubu in der Tasche tragen – ich würde eine Glock mitnehmen.“ Ihre Social-Media-Profile wurden am Montagnachmittag, dem 3. August, gelöscht.
Die Verteidigungsstrategie
Verteidiger Marco Molero beschrieb seine Mandantin als „tief betroffen“ und bestritt, dass sie vorbestraft sei. In ihrer ersten Aussage behauptete Cantero, sie sei von einem Freund gerufen worden und habe ihren Freund bereits verletzt auf dem Bürgersteig vorgefunden. Die Verteidigung prüft die Möglichkeit, dass es sich um eine „Abwehrhandlung“ nach einem vorherigen Angriff gehandelt haben könnte – eine Darstellung, die die Staatsanwaltschaft mit den gesammelten Zeugenaussagen widerlegt.
Hoffnung auf Gerechtigkeit
Der Schmerz der Familie von Matías ist unermesslich, doch die Ermittlungen schreiten voran. Dieser Fall erinnert die Gesellschaft daran, wie wichtig es ist, jede Form häuslicher Gewalt zu melden – unabhängig vom Geschlecht des Täters oder Opfers – und den Behörden zu vertrauen, um die Wahrheit ans Licht zu bringen.
Hintergrund: Die Provinz Chaco liegt im Nordosten Argentiniens, an der Grenze zu Paraguay. Resistencia ist die Hauptstadt und bekannt für ihre Skulpturen und heißen Sommer. Der Fall hat landesweit für Entsetzen gesorgt und eine Debatte über häusliche Gewalt gegen Männer ausgelöst.