Die Richterin Verónica Straccia hat die Ermittlungen an Staatsanwalt Claudio Navas Rial übergeben, der bereits neue Beweisanordnungen erlassen hat. Die Immobilie im Wert von über 17 Millionen US-Dollar soll mit dem Schatzmeister des argentinischen Fußballverbands AFA, Pablo Toviggino, in Verbindung stehen. Am 12. August findet eine entscheidende Anhörung statt.

Der Fall der Luxusvilla in Pilar geht in eine neue Phase

Die Justiz hat die Ermittlungen um eine prächtige Villa in Pilar, einem Vorort von Buenos Aires, wieder aufgenommen. Die Immobilie, deren Wert auf über 17 Millionen US-Dollar geschätzt wird, steht im Zentrum eines mutmaßlichen Geldwäsche-Skandals, der bis in die Führung des argentinischen Fußballverbands AFA reicht.

Wie TN berichtet, hat Richterin Verónica Straccia die Ermittlungen an Staatsanwalt Claudio Navas Rial übergeben. Dieser hat bereits erste Beweisanordnungen erlassen, um den wahren Eigentümer der Liegenschaft in Villa Rosa, Pilar, zu ermitteln.

Worum geht es in der Untersuchung?

Die Villa verfügt über Hubschrauberlandeplatz, Reitställe, Pool und Sportplätze sowie eine Sammlung von Oldtimern im Wert von weiteren 3 Millionen US-Dollar. Offiziell gehört sie der Firma Real Central SRL, die auf Luciano Pantano und Ana Lucía Conte registriert ist. Die Justiz vermutet, dass die beiden als Strohmänner für Pablo Toviggino handeln, den Schatzmeister der AFA.

Die Ermittler gehen davon aus, dass Pantano und Conte nicht über ein Vermögen verfügen, das einen solchen Kauf rechtfertigen würde. Daher sollen sie als angebliche Strohmänner des Fußballfunktionärs agiert haben.

Entdeckung der Firmenkreditkarte

Ein wichtiges Beweisstück ist eine Firmenkreditkarte der AFA auf den Namen von Pantano. Laut Ermittlungen wurde diese Karte für Ausgaben im Zusammenhang mit den in der Villa gefundenen Fahrzeugen verwendet. Zudem hatte Pantano eine Position innerhalb des Fußballverbands inne.

Die Geschichte der Firma

Die Ermittlungen versuchen, den Werdegang der Eigentümerfirma zu rekonstruieren. Ursprünglich hieß das Unternehmen Central Parks Drinks SRL und hatte ein Stammkapital von 300.000 argentinischen Pesos. Am 16. Mai 2024 wurde es in Real Central SRL umbenannt und das Kapital auf 58 Millionen Pesos erhöht. Nur zwei Wochen später erfolgte der Kauf des Grundstücks in Pilar.

Entscheidende Anhörung am 12. August

Sowohl Richterin Straccia als auch Staatsanwalt Navas Rial blicken gespannt auf den 12. August 2026, wenn die Bundeskammer für Kassation in Strafsachen eine Anhörung abhält, um die Parteien zu hören und die bisherigen Ermittlungen zu prüfen.

Laut LA NACION hat das Gericht unter Vorsitz von Mariano Borinsky, Diego Barroetaveña und Alejandro Slokar die Anhörung anberaumt. An diesem Tag werden die Anwälte von Pantano und der Staatsanwalt Mario Villar ihre Argumente schriftlich vortragen. Danach haben die Richter 20 Tage Zeit für eine Entscheidung, wobei eine frühere Entscheidung erwartet wird.

Der Fall war Gegenstand eines Kompetenzstreits zwischen der Bundesjustiz von Campana – wo sich das Anwesen befindet – und dem Strafgericht für Wirtschaftsdelikte in Buenos Aires. Staatsanwalt Navas Rial ist der Ansicht, dass der Fall in der Hauptstadt verhandelt werden sollte, da dort die mutmaßliche Geldwäsche begonnen haben könnte.

Staatsanwalt Claudio Navas Rial

Die Übergabe des Falls an Navas Rial ist bedeutsam, da er bereits in anderen Ermittlungen gegen die AFA-Führung tätig war. Er hat die Anklage gegen Claudio „Chiqui" Tapia, Pablo Toviggino und andere Funktionäre wegen mutmaßlicher einbehaltener Sozialabgaben vorangetrieben. Zudem erweiterte er die Ermittlungen aufgrund einer Anzeige der Steuerbehörde ARCA wegen mutmaßlicher schwerer Steuerhinterziehung durch Scheinrechnungen.

Justizkreise beschreiben Navas Rial als einen zurückhaltenden, technischen und entschlossenen Staatsanwalt.

Ermittlungen in den USA

Parallel zu den lokalen Ermittlungen beobachtet die AFA aufmerksam ein Verfahren in Miami. Laut LA NACION untersucht das US-Justizministerium, ob unter US-amerikanischer Gerichtsbarkeit Straftaten begangen wurden, darunter Geldwäsche durch mutmaßlichen Betrug über das US-Bankensystem, um Gelder der AFA abzuzweigen.

Im Mittelpunkt steht die Firma TourProdEnter, die im August 2021 in den USA von Javier Faroni und seiner Frau Erica Gillette gegründet wurde. Vier Monate später unterzeichnete sie einen Vertretungsvertrag mit der AFA und verwaltete seitdem mindestens 300 Millionen US-Dollar aus Sponsoringverträgen, Freundschaftsspielen und Sportpreisen. Der Vertrag wurde von Tapia bis Dezember 2030 verlängert.

Präsident Javier Milei kritisierte diese Woche die AFA-Führung und sagte: „Ich habe keine Anhaltspunkte, um über Tapia zu sprechen, aber ich kann nur sagen, dass mir einige Dinge in der Führung der AFA nicht gefallen haben." Er wies auch darauf hin, dass der AFA-Präsident „Gerichtsverfahren im Ausland und hier" habe, was die AFA bestreitet.