Ein lebendiges Echo der Kulturrevolution
Während China mit rasender Geschwindigkeit in die technologische Zukunft strebt, gibt es Orte, an denen die Zeit stillzustehen scheint. In den Parks von Peking, dem politischen Herzen des Landes, wiederholt sich täglich ein fast rituelles Ereignis.
Was genau passiert hier?
Laut einem Bericht der französischen Zeitung Le Monde vom 9. September 2026 kommen Dutzende von Menschen zusammen, um Lieder zu singen, die die Figur von Mao Zedong verherrlichen. Besonders betroffen ist die Generation, die die Kulturrevolution (eine gesellschaftliche und politische Kampagne von 1966 bis 1976) miterlebt hat.
Diese Chöre variieren in ihrer Größe von kleinen Gruppen bis hin zu über hundert Teilnehmern. Sie interpretieren Klassiker wie 'Der Osten ist Rot' oder 'Ohne die Kommunistische Partei gäbe es kein neues China'.
Mehr als nur Musik: Identität und Gemeinschaft
Für viele der Teilnehmer, meist Rentner, ist dies weit mehr als ein musikalischer Zeitvertreib. Es ist ein Raum für Sozialisierung und Zugehörigkeit. Viele tragen Abzeichen mit Maos Antlitz oder Kleidung im Militärstil, um eine Ära zu beschwören, in der sie sich als Teil eines großen historischen Umbruchs fühlten.
In einer Welt, die sich durch wirtschaftliche und soziale Veränderungen rapide wandelt, bietet das gemeinsame Singen eine greifbare Verbindung zur eigenen Identität.
Die politische Dimension
Es ist bemerkenswert, dass die lokalen Behörden diese Treffen nicht nur tolerieren, sondern teilweise sogar fördern. In der aktuellen politischen Landschaft Chinas werden solche Aktionen als Ausdruck von Patriotismus und sozialer Stabilität gewertet.
| Aspekt | Bedeutung / Detail |
|---|---|
| Ort der Ereignisse | Parks in Peking, Shanghai und Kanton |
| Hauptakteure | Rentner der Revolutionsgeneration |
| Kernbotschaft | Loyalität gegenüber dem Gedanken von Mao Zedong |
| Datum des Berichts | 9. September 2026 |
Trotz der positiven Stimmung innerhalb der Gruppen gibt es kritische Stimmen. Diese weisen darauf hin, dass die Lieder eine historisch komplexe und oft gewaltsame Periode idealisieren. Dennoch bleibt das Phänomen ein kraftvolles Zeugnis dafür, wie unterschiedlich Geschichte erinnert und gelebt wird.
Die Treffen enden oft mit dem enthusiastischen Ruf: 'Lang lebe das Denken von Mao Zedong!', gefolgt von Applaus und Umarmungen.