Präsident Javier Milei sorgte mit neun Tagen ohne öffentliche Auftritte für Spekulationen. Jetzt ist klar: Er arbeitete an seinem neuen Buch 'La Moral como política de Estado' und bereitete Reden vor. Am Montag kehrte er mit einer kämpferischen Rede zum Jahrestag von General San Martín auf die politische Bühne zurück – und der Terminkalender ist voll.

Neun Tage Stille in der Quinta de Olivos

In Argentinien sorgte die plötzliche Abwesenheit von Präsident Javier Milei für Aufsehen: Neun Tage lang blieb er in der Quinta de Olivos, dem offiziellen Landsitz des Präsidenten, ohne öffentliche Termine. Gesundheitsgerüchte und politische Spekulationen machten die Runde. Doch laut Informationen der Wirtschaftszeitung Ámbito war der libertäre Präsident alles andere als untätig – er schloss sein neues Buch 'La Moral como política de Estado' (Moral als Staatspolitik) ab und arbeitete an Reden für kommende Veranstaltungen und Auslandsreisen.

Der Journalist Eduardo Feinmann enthüllte in der Sendung A24: Ein Minister habe ihm berichtet, Milei sei „eingeschlossen gewesen, um ein Buch fertigzustellen – ohne Kontakt zu anderen, außer zu Karina Milei (seiner Schwester und Generalsekretärin), Santiago Caputo (strategischer Berater), Toto Caputo (Wirtschaftsminister) und Federico Sturzenegger (Deregulierungsminister)". Ámbito ergänzt: Der Präsident habe bereits mit der Arbeit an einem neuen autobiografischen Buch begonnen – über seine große Leidenschaft: die Ökonomie.

„Gegenüber Vertrauten gesteht er, dass er lieber in der Quinta de Olivos arbeitet, weil er dort weniger unterbrochen wird und besser arbeiten kann.“

Quelle: Ámbito

Spektakuläre Rückkehr am 17. August

Am Montag, den 17. August, kehrte Milei mit einer Rede anlässlich des 176. Todestages von General José de San Martín, dem Nationalhelden der Unabhängigkeit, auf die politische Bühne zurück. In der Plaza San Martín im Stadtteil Retiro in Buenos Aires sprach er rund zehn Minuten – mit deutlich Wahlkampfcharakter. Er attackierte die „inneren Feinde“ (die Peronisten/Kirchneristen) und den brasilianischen Präsidenten Lula da Silva, räumte aber auch wirtschaftliche Probleme ein: „Wenn die Freiheit ihre Früchte nicht zeigt…“

Regierungssprecher Adrián Ravier wies alle Gerüchte über den Gesundheitszustand des Präsidenten als „absurde Spekulationen“ und „bedauerliche Operationen“ zurück: Milei gehe es „sehr gut“. Bei der Pressekonferenz am Dienstag bekräftigte er den Sparkurs und sagte, die Regierung sehe sich bei der Wahl 2027 bereits „in der ersten Runde wiedergewählt“.

Terminkalender des Präsidenten: Was kommt jetzt?

Nach seiner Rückkehr ist Mileis Agenda voll – von Wirtschaftsforen bis zum Papst-Besuch. Hier die wichtigsten Termine im Überblick:

DatumVeranstaltungOrt
20.08.2026Council of the Americas (23. Ausgabe)Hotel Alvear, Buenos Aires
21.08.2026Rede an der BörseRosario
22.–28.09.2026UN-GeneralversammlungNew York
29.09.–03.10.2026Argentina Week (Argentinien-Woche)Paris
14.10.2026Hispanic Heritage Gala (mit Donald Trump)Washington D.C.

Internationale Ehre in Paris

Bei der Argentina Week in Paris wird Milei als „Ökonom des Jahres“ ausgezeichnet – zusammen mit dem Nobelpreisträger Philippe Aghion. Beide werden eine gemeinsame Konferenz über Wirtschaftswachstum halten. Aghion stellt sein Buch „Die schöpferische Zerstörung“ vor, Milei präsentiert sein Arbeitspapier „Mindestgröße: Aussterben und Entkommen unter steigenden Erträgen“, das er gemeinsam mit Damián Reidel verfasst hat.

Papst-Besuch: Erstes Treffen zur Koordination

Ein wichtiges diplomatisches Ereignis steht bevor: Vom 8. bis 11. November besucht Papst Leo XIV. Argentinien. Am Dienstag, den 18. August, um 17:00 Uhr, findet im Regierungssitz Casa Rosada das erste formelle Koordinationstreffen statt – mit nationalen Beamten, der Regierung der Stadt Buenos Aires und Kirchenvertretern, darunter Erzbischof Jorge García Cuerva. Erwartet werden bis zu eine Million Menschen bei den Veranstaltungen.

Politische und wirtschaftliche Herausforderungen

Mileis Rückzug erfolgte in einer angespannten Stimmung. Laut einer Umfrage der Universidad de San Andrés (UdeSA) bewerten 61 % der Argentinier die Regierung negativ, 57 % glauben, dass sich das Land verschlechtert hat. 5,3 Millionen Menschen sind mit Krediten im Rückstand, die Risikoprämie für argentinische Staatsanleihen liegt bei über 480 Basispunkten.

Gleichzeitig verhandelt die Regierung mit der konservativen PRO-Partei über eine mögliche Koalition für die Wahlen 2027. Am Donnerstag, den 13. August, trafen sich Karina Milei und Ex-Präsident Mauricio Macri. Ein weiteres Treffen zwischen Diego Santilli, Lule Menem, José De Andreis und Cristian Ritondo vereinbarte regelmäßige zweiwöchentliche Gespräche.