28/07/2026 04:06 - Tecnologia
Das Scientific Visualization Studio des Goddard Space Flight Center der NASA veröffentlichte im Juli 2026 eine Nachbildung, die alle überraschte.
Eine aktuelle 3D-Visualisierung der NASA sorgte in den sozialen Medien für Aufsehen: Sie zeigt eine Erde, die ganz anders aussieht als der klassische blaue Planet – unregelmäßig, mit riesigen Beulen und tiefen Senken. Schnell behaupteten Tausende Nutzer, es handele sich um die „wahre Form“ der Erde. Doch die wissenschaftliche Realität ist noch faszinierender.
Die beeindruckende Animation enthüllt nicht, dass wir auf einer gigantischen „Kartoffel“ leben, sondern etwas Unsichtbares und viel Komplexeres: das Erdgeoid. Dabei handelt es sich um eine mathematische Oberfläche, die die Form darstellt, die die Ozeane annehmen würden, wenn sie völlig ruhig wären und nur von der Schwerkraft beeinflusst würden – ohne Wellen, Gezeiten, Strömungen oder Wind.
Die wichtigste Klarstellung betrifft den Maßstab. Damit die Unregelmäßigkeiten sichtbar werden, hat die NASA sie um das 10.000-fache überhöht. Ohne diese Verzerrung würde die Erde für das menschliche Auge weiterhin praktisch glatt und rund erscheinen.
Im Modell reicht die Höhe des Geoids von etwa +85 Metern über dem Referenzniveau in Island bis zu -106 Metern unter dem Niveau im Süden Indiens. Das sind für wissenschaftliche Messungen bedeutende Unterschiede, aber winzig im Vergleich zu einem Planeten mit einem Durchmesser von über 12.700 Kilometern.
Die Erde ist auch keine geometrisch perfekte Kugel. Ihre Rotation führt dazu, dass sie am Äquator etwas breiter und an den Polen abgeflacht ist. Diese Form wird als abgeplatteter Ellipsoid oder unregelmäßiger Sphäroid bezeichnet.
Ermöglicht wurde es durch die Zusammenarbeit der NASA mit der Europäischen Weltraumorganisation (ESA). Daten von 19 Satelliten wurden über 15 Jahre gesammelt, darunter die Missionen GRACE und GOCE, mit mehr als 1,16 Milliarden Beobachtungen.
Wie Michael Watkins, Forscher bei der NASA, erklärte: „Die Schwerkraft der Erde hat Hügel und Täler, weil die Verteilung der Materialien in der Tiefe variiert.“ Das Modell GOCO06s ermöglicht es, dies mit beispielloser Präzision darzustellen.
Weit davon entfernt, eine bloße visuelle Kuriosität zu sein, dient das Geoid als grundlegende Referenz für:
Quellen: Diario de Cuyo, Infobae, El Cronista und Ultima Hora.
Alfredo S. Quiroga