31/07/2026 15:53 - Tecnologia
Der afrikanische Kontinent steht kurz davor, einen beispiellosen Meilenstein in der Wissenschaftsgeschichte zu setzen. Wie Infobae berichtete, hat die Mission Africa2Moon das Ziel, im Jahr 2029 das erste afrikanische Radioastronomie-Netzwerk auf der Mondoberfläche zu installieren.
Die Radioastronomie erforscht das Weltall mithilfe von Radiowellen statt sichtbarem Licht. Von der Erde aus blockiert die Atmosphäre viele niederenergetische Frequenzen, sodass die ältesten Signale des Universums nicht gehört werden können. Die Rückseite des Mondes – geschützt vor irdischen Störungen und ohne Atmosphäre – ist daher der ideale Ort, um Frequenzen unter 20 Megahertz zu empfangen.
Das Projekt wird von der Stiftung für Afrikanische Weltraumentwicklung geleitet und von Carla Mitchell vom Südafrikanischen Radioastronomie-Observatorium (SARAO) geführt. Es soll ein Trio kugelförmiger Sonden am lunaren Südpol platzieren. Diese Sonden, bekannt als BALLS (Bounced African Low Lunar Spheres), sind für Temperaturen unter −200 Grad Celsius ausgelegt.
Die extreme Herausforderung: Der Südpol des Mondes bietet nicht nur Krater mit Wassereis für künftige Basen, sondern während der Mondnacht auch einen einzigartigen Schutz vor menschlichen und solaren Radiointerferenzen.
Die Entwicklung der BALLS erfolgte in Kapstadt durch Petrawell sowie Universitäten in KwaZulu-Natal und Stellenbosch. Die Mission wird durch das chinesische Landemodul Chang'e-8 unterstützt, das die Daten zur Erde übermittelt. Weitere Partner kommen aus Kenia, Ghana, Botswana und der Südafrikanischen Nationalen Raumfahrtagentur.
Der Prototyp von 2029 ist nur der erste Schritt einer größeren Vision. Die Initiative plant, künftig 55 Antennen auf der Rückseite des Mondes zu installieren – eine für jedes afrikanische Land. Damit würde Africa2Moon zum größten lunaren Radioastronomie-Netzwerk der Welt und zu einem starken Symbol kontinentaler Zusammenarbeit.
Das Projekt soll neue Generationen für Naturwissenschaften, Technologie, Ingenieurwesen und Mathematik (MINT) begeistern und das Potenzial Afrikas demonstrieren, globale wissenschaftliche Vorhaben zu leiten und Grenzwissen zu schaffen.
Alfredo S. Quiroga