Take-Two Interactive, der Publisher von GTA 6, hat vor US-Gerichten durchgesetzt, dass Microsoft und Discord Daten herausgeben müssen, um die Verantwortlichen der massiven Leaks zu ermitteln. Die unveröffentlichten Spielinhalte kursieren seit Dienstag und haben bereits Millionenschäden verursacht.

US-Justiz ebnet Weg für Ermittlungen

Am Freitag, den 21. August 2026, haben zwei Bundesrichter in New York die Anträge von Take-Two Interactive, der Muttergesellschaft von Rockstar Games, genehmigt. Sie fordern Microsoft und Discord auf, Informationen preiszugeben, die zur Identifizierung der Verantwortlichen für die Leaks des mit Spannung erwarteten Videospiels Grand Theft Auto VI führen sollen.

Laut Gerichtsdokumenten, die der Nachrichtenagentur AFP vorliegen, wurden die Anordnungen am Vortag eingereicht. Beide Unternehmen haben nun bis zum 4. September Zeit, zu antworten. Take-Two verlangt Auskünfte über drei verdächtige Konten sowie die Mitglieder von drei Online-Foren, in denen das Material verbreitet wurde.

Warum Microsoft und Discord?

Microsoft ist Eigentümer von GitHub, der Entwicklerplattform, auf der die Leaks zusammengestellt wurden, sowie von OneDrive, einem Cloud-Dienst, der offenbar zur Speicherung der Dateien genutzt wurde. Discord ist der bei Spielern weit verbreitete Messaging-Dienst, auf dem die Videos und Bilder geteilt wurden.

Das Unternehmen argumentiert, dass die veröffentlichten Videos urheberrechtlich geschütztes Material zeigen – eine Tatsache, die es bislang nie öffentlich bestätigt hatte. Dieser rechtliche Schritt bedeutet, dass die Leaks von der Firma als echt angesehen werden.

Der massive Hack und seine Forderungen

Die Leaks begannen am Dienstag, den 18. August und wurden von einem Nutzer unter dem Pseudonym Cyberleek für sich reklamiert. Der oder die Täter geben an, gegen die Geschäftspraktiken der Branche zu protestieren – insbesondere dagegen, dass Rockstar eine teurere Version mit Zusatzinhalten verkauft und das Spiel nur als digitalen Download anbietet, ohne physisches Format.

Die geleakten Clips zeigen den Charakter Jason, einen der Protagonisten, und enthüllen Details zur Karte und zu Spielmechaniken. Trotz Urheberrechtsbeschwerden sind mehrere Beiträge weiterhin online.

Auswirkungen auf Kampagne und Markt

Der Vorfall stört den ehrgeizigen Kommunikationsplan von Rockstar, der vor fast drei Jahren mit dem ersten Teaser begann. Die Werbekampagne wird mit einer offiziellen Präsentation auf Netflix am 27. August fortgesetzt, vor dem weltweiten Release des Spiels am 19. November 2026 für PlayStation 5 und Xbox Series X|S. Der Basispreis liegt bei 80 US-Dollar, eine Sonderedition kostet 100 US-Dollar.

Die Leaks haben bereits wirtschaftliche Folgen: Die Bewertung von Take-Two fiel, was Verluste in Millionenhöhe bedeutet. Zudem warnte die Organisation Stop Killing Games, dass Cyberleek möglicherweise einen Betrug begeht, indem er eine Memecoin und eine kostenpflichtige Umfrage bewirbt.

Hintergrund: GTA 6, das meist erwartete Spiel

Der sechste Teil der Serie folgt einem Verbrecherduo in einer von Florida inspirierten Welt. Die Fans warten seit über 13 Jahren auf die Veröffentlichung, nachdem GTA V zum zweitmeistverkauften Spiel der Geschichte wurde. Die Entwicklung begann zwischen 2016 und 2018.

Weder Rockstar noch Take-Two haben sich offiziell zu den Leaks geäußert, die am Freitag mit einem neuen Video fortgesetzt wurden, das den Diebstahl eines Sportwagens zeigt. Der Countdown zur Netflix-Präsentation läuft unaufhaltsam.