18/06/2026 09:10 - Internacionales
Vista nocturna de una refinería de petróleo industrial con grandes llamas y densas columnas de humo negro elevándose desde tanques de almacenamiento, iluminada por el resplandor del fuego contra un cielo oscuro.
Die russische Hauptstadt erwachte am 18. Juni 2026 unter dem Eindruck von Explosionen und dichten Rauchsäulen, die den Himmel verdunkelten. Ein neuer Drohnenangriff ukrainischer Streitkräfte hatte die russische Luftabwehr durchbrochen und zum zweiten Mal innerhalb einer Woche die Erdölraffinerie von Moskau (MNPZ) getroffen. Die Anlage befindet sich im Stadtteil Kapotnya, nur etwa 15 Kilometer vom Kreml entfernt.
Die MNPZ-Raffinerie ist ein entscheidender Bestandteil der russischen Energieinfrastruktur:
Moskaus Bürgermeister Sergei Sobjanin erklärte, dass die russische Luftabwehr in der Nacht zum Donnerstag mehr als 70 Drohnen abgefangen habe. Dennoch räumte er ein, dass "mehrere Drohnen ihr Ziel erreichten" und die Anlage trafen. Auch ein Einkaufszentrum erlitt geringfügige Schäden.
Aus Brüssel heraus bezeichnete der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj den Angriff als "absolut gerecht" und sprach eine scharfe Warnung aus: "Wenn die Ukraine brennt, wird auch Moskau brennen". Der Präsident betonte, dass es notwendig sei, dass die russische Gesellschaft die Konsequenzen des von Wladimir Putin initiierten Krieges spüre.
Dieser Angriff stellt eine direkte Reaktion auf den russischen Beschuss dar, der am Montag eine historische Kathedrale in Kiew getroffen hatte – das Kiewer Höhlenkloster, ein UNESCO-Weltkulturerbe. Der Angriff erfolgt in einem kritischen Moment:
| Akteur | Aktivität | Ziel |
|---|---|---|
| Putin | Empfang asiatischer Führungspersönlichkeiten | ASEAN-Gipfel in Kasan: Bild der Stabilität vermitteln |
| Selenskyj | Treffen der Ramstein-Gruppe in Brüssel | Mehr Luftabwehrsysteme, EU-Integration vorantreiben |
| Russland | Maritime Kraftstoffimporte geplant | Folgen der Angriffe auf Raffinerien ausgleichen |
In sozialen Medien verbreitete Videos zeigen die Wucht des Treffers: Eine Drohne schleuderte den Deckel eines Tanks der Raffinerie mehr als 30 Meter weit. In der Region Moskau wurden zudem ein hohes Wohngebäude, eine Industrieanlage und mehrere Privathäuser beschädigt. Der Flughafen Scheremetjewo stellte vorübergehend seinen Betrieb ein.
Gleichzeitig führte Russland seinen zweiten Luftangriff der Woche mit ballistischen Raketen gegen Kiew durch, wie ukrainische Beamte berichteten. In der Region Sumy starb eine Person durch einen Drohnenangriff.
Die Ramstein-Gruppe (offiziell: Ukraine Defense Contact Group) ist ein Bündnis von über 50 Nationen, das unter US-Führung militärische Unterstützung für die Ukraine koordiniert. Der Name leitet sich vom US-Luftwaffenstützpunkt Ramstein in Deutschland ab, wo das erste Treffen im April 2022 stattfand.
Das Kiewer Höhlenkloster (Petscherskaja Lawra) ist eines der bedeutendsten orthodoxen Klöster und ein UNESCO-Weltkulturerbe seit 1990. Gegründet im 11. Jahrhundert, beherbergt es historische Kirchen, unterirdische Gänge und religiöse Artefakte von unschätzbarem Wert.
Die Moskauer Raffinerie (Moskovsky NPZ) wurde 1938 errichtet und ist eine der größten ihrer Art in Russland. Mit einer Verarbeitungskapazität von jährlich etwa 12 Millionen Tonnen Rohöl ist sie für die Versorgung des Großraums Moskau unverzichtbar.
Der ukrainische Präsident, der sich derzeit in Brüssel zur Teilnahme an der Zusammenkunft der militärischen Unterstützerländer befindet, drückte seine Hoffnung auf umfangreichere Finanzmittel für das PURL-Programm aus – ein Programm zur Beschaffung US-amerikanischer Waffensysteme, insbesondere Luftabwehrsysteme. Er kündigte zudem Gespräche mit der deutschen Rüstungsindustrie an, um die Entwicklung eines europäischen Raketenabwehrsystems voranzutreiben. Zudem wird er die EU-Mitgliedstaaten zu überzeugen suchen, im Juli die notwendigen Kapitel zur Bewertung des ukrainischen EU-Beitritts zu eröffnen.
Der Konflikt erreicht eine neue Intensitätsstufe: Ukraine bringt den Krieg direkt nach Moskau, während Russland weiterhin ukrainische Zivilinfrastruktur angreift. Die internationalen diplomatischen Bemühungen laufen auf beiden Seiten auf Hochtouren – während Putin asiatische Verbündete sucht, wirbt Selenskyj in Europa für weitere Unterstützung und eine beschleunigte EU-Integration.
Quellen: Infobae, Deutsche Welle, Reuters
Alfredo S. Quiroga