25/06/2026 09:40 - Sociales
Seit mehr als einem Jahrzehnt machen „Häuser für einen Euro“ in Italien weltweit Schlagzeilen und wecken den Traum von einem preiswerten Leben in Europa. Doch ein argentinisches Paar, das heute in Süditalien lebt, hat beschlossen, die wahre Geschichte hinter diesem viralen Versprechen zu erzählen und die Mythen zu entlarven, die in sozialen Netzwerken verbreitet werden.
Eduardo Coronel und Noeli Forciniti stammen aus Rosario (Argentiniens drittgrößte Stadt, bekannt als Geburtsort von Lionel Messi). Nach Aufenthalten in Australien und Japan ließen sie sich in Kalabrien nieder, der „Stiefelspitze“ Italiens. Von ihrer Erfahrung in Cetraro aus warnen sie: Die Realität sieht ganz anders aus als die Immobilienfantasie, die im Internet verkauft wird.
Das Programm der Häuser für einen Euro wurde 2015 als Strategie gegen die Entvölkerung italienischer Dörfer ins Leben gerufen. Obwohl der Kaufpreis symbolisch ist, erklärte Eduardo Coronel: „Die billigen Häuser sind ausverkauft“, da die Werbung für Massenansturm sorgte. In Orten wie Aieta, einem mittelalterlichen Dorf mit 700 Einwohnern in Kalabrien, gibt es diese Möglichkeiten längst nicht mehr.
Wichtige Fakten, die selten erwähnt werden:
| Investition | Mindestens 100.000 Euro für Renovierung |
| Kaution | 5.000–10.000 Euro Garantieeinlage |
| Frist | 3 Jahre für Renovierungsabschluss |
| Bedingung | Projekte benötigen kommunale Genehmigung |
Jenseits der Kosten betonte das Paar, dass diese Dörfer oft in Bergregionen oder abgelegenen Gebieten liegen. „Es sind wunderschöne Orte, aber sie sind isoliert und erfordern einen besonderen Lebensstil“, so Coronel.
Alltägliche Herausforderungen:
Weit davon entfernt zu entmutigen, hoben die Argentinier neue Regierungsprogramme hervor, die günstigere Bedingungen bieten als die alten Ein-Euro-Häuser.
Gewährt bis zu 5.000 Euro für Kauf oder Renovierung mit der Verpflichtung, mindestens 5 Jahre in Gemeinden unter 3.000 Einwohnern zu wohnen. Aktuell umfasst das Programm 89 Gemeinden in Kalabrien.
Finanziert mit bis zu 280.000 Euro die Wiederherstellung historischer Gebäude (Villen, Palazzi). Die Immobilien werden renoviert übergeben – mit Highspeed-Internet und Wärmedämmung.
Quellen: Infobae | Revista Mercado | Primera Hora
Alfredo S. Quiroga