29/06/2026 09:21 - Judiciales
Das Bundesstrafgericht bereitet sich darauf vor, einen der emblematischsten Korruptionsfälle des modernen Argentiniens abzuschließen. Julio De Vido, ehemaliger Minister für Bundesplanung, und José López, ehemaliger Staatssekretär für öffentliche Bauwerke, stehen vor dem Ende des Prozesses wegen des Skandals um das schwedische Unternehmen Skanska.
Der Fall, der mit Ermittlungen in Schweden um 2007 begann, enthüllte ein systematisches Bestechungsschema zur Erlangung öffentlicher Verträge mit überhöhten Preisen beim Bau von Gaspipelines während der Regierung von Néstor Kirchner.
Skanska ist ein schwedisches Bauunternehmen, das in den 2000er Jahren in Argentinien tätig war. Die schwedische Justiz entdeckte irreguläre Zahlungen von etwa 60 Millionen Dollar an argentinische Beamte als Schmiergelder zur Sicherung von Verträgen für den Pipelinebau.
Der Skandal brach aus, als schwedische Behörden das Unternehmen wegen Verstößen gegen Anti-Korruptionsgesetze untersuchten, was zur Zusammenarbeit mit der argentinischen Justiz führte.
Julio De Vido war Minister für Bundesplanung (2003-2015) und einer der engsten Vertrauten des Ehepaars Kirchner. Er führt mehrere Korruptionsverfahren.
José López war Staatssekretär für öffentliche Bauwerke und ist auch in andere Korruptionsfälle verwickelt, darunter der bekannte Fall der „Geldsäcke im Kloster“ von 2016.
Die angefochtenen Verträge beziehen sich auf die Erweiterung von Gaspipelines zwischen 2004 und 2006, während der Blütezeit der Verstaatlichungs- und Energiepolitik der Kirchner-Regierung. Die Bauwerke beliefen sich auf Millionen von Dollar an öffentlichen Investitionen, die laut Anklage künstlich aufgebläht wurden.
Der schwedische Konzern soll Schmiergelder an Beamte und lokale Unternehmer gezahlt haben, um Aufträge ohne echten Wettbewerb und mit aufgeblähten Budgets zu sichern.
Das Urteil würde einen Meilenstein im Kampf gegen Korruption in Argentinien markieren und einen Zyklus der Straflosigkeit beenden, der vor fast zwei Jahrzehnten begann. Anti-Korruptionsorganisationen und internationale Transparenzbeobachter verfolgen den Prozess genau.
Laut Infobae wertet das Tribunal die während ausführlicher Anhörungen vorgelegten Beweise aus, darunter Zeugenaussagen, Buchhaltungsdokumente und internationale Zusammenarbeit.
Alfredo S. Quiroga