01/07/2026 10:29 - Internacionales
Venezuela durchlebt entscheidende Stunden bei der Suche nach Überlebenden nach dem verheerenden Doppelbeben vom 24. Juni 2026. Die Erdbeben mit einer Magnitude von 7,2 und 7,5 haben nach aktuellen Daten mindestens 1.719 bestätigte Todesopfer gefordert, über 5.000 Verletzte und zwischen 50.000 und 70.000 Vermisste hinterlassen.
Mit humanitärer Unterstützung aus mehr als 27 Ländern arbeiten internationale Teams unermüdlich in den am stärksten betroffenen Gebieten, insbesondere in La Guaira, wo laut Satellitenschätzungen der NASA 774 beschädigte Gebäude registriert wurden.
Hauptfenster für das Überleben
Fachleute sind sich einig, dass die ersten 72 Stunden am kritischsten sind, um lebende Personen unter Trümmern zu finden. Dies stellt jedoch keine absolute Grenze dar.
„Es stimmt, dass es nach 72 Stunden schwieriger ist, lebende Personen zu finden, aber es ist auch wahr, dass gestern Personen gefunden wurden, die 96 Stunden unter Trümmern lagen“, erklärte Raquel Bernedo, Notfalltechnikerin des Spanischen Roten Kreuzes.
Was beeinflusst die Überlebenschancen?
| Rettung | Zeit unter Trümmern | Team |
|---|---|---|
| 3-jähriger Junge (Klieber Morán) | Fast 140 Stunden | Team aus Jordanien |
| Vater und Sohn | 4 Tage (96 Stunden) | Frankreich/USA |
| 18 Tage altes Baby und seine Mutter | 32 Stunden | Lokale Rettungskräfte |
| 60-jährige Frau | 86 Stunden | Internationales Team |
Ein zusätzliches Hindernis für die Rettungskräfte sind die seismischen Nachbeben, die neue Einstürze verursachen oder bereits beschädigte Strukturen destabilisieren können. Dies erfordert extreme Sicherheitsmaßnahmen und verlangsamt in vielen Fällen die Such- und Rettungsarbeiten.
Jarone Lee, außerordentlicher Professor an der Harvard Medical School, erklärte gegenüber The New York Times: „Die Chancen, Überlebende in einem eingestürzten Gebäude nach fünf bis sieben Tagen zu finden, sind gering, aber nicht unmöglich.“
Mehr als 3.300 Rettungskräfte aus 27 Ländern arbeiten im betroffenen Gebiet, darunter 26 argentinische Militärangehörige. Argentinien entsandte zudem medizinische Verstärkung und Strukturexperten. UNICEF lieferte 47 Tonnen Hilfsgüter und die USA spendeten 300 Millionen Dollar an humanitärer Hilfe.
Alfredo S. Quiroga