10/07/2026 03:57 - Internacionales
8. Juli 2026
Graham Platner, 41 Jahre alt, galt als eine der größten Hoffnungen der Demokratischen Partei im Bundesstaat Maine. Als Veteran der US-Marines, Austernzüchter und von Persönlichkeiten wie Bernie Sanders unterstützt, hatte er die Vorwahlen gewonnen und sich als starker Rivale für die amtierende republikanische Senatorin Susan Collins profiliert. Doch eine Anklage wegen sexueller Nötigung veränderte den Verlauf seiner politischen Karriere drastisch.
Die Kontroverse eskalierte, als eine Frau namens Jenny Racicot den Medien Politico und CNN erzählte, dass Platner ohne Erlaubnis in ihre Wohnung eingedrungen sei, während sie eine gelegentliche Beziehung unterhielten. Im Interview versicherte Racicot, dass er sie sexuell genötigt habe, trotz ihrer Bitten aufzuhören, und bezeichnete den Vorfall als Vergewaltigung.
Am 8. Juli 2026 veröffentlichte Platner ein über 11 Minuten langes Video auf seinem X-Konto (ehemals Twitter), um die Aussetzung seiner Kandidatur anzukündigen. Dort behauptete er, die Vorwürfe gegen ihn seien kategorisch falsch. "Diese Entscheidung ist unglaublich schwierig, weil ich weiß, dass einige sie als Schuldeingeständnis ansehen werden, was sie definitiv nicht ist", sagte er. Er versicherte, dass sein Rückzug eine Reaktion auf die politischen Konsequenzen des Falls sei und nicht auf die Anklage selbst. Er wird die Verfahren einleiten, um seinen Namen offiziell vom Wahlzettel zu entfernen.
Was passiert jetzt in Maine?
Die staatliche Gesetzgebung gibt der Demokratischen Partei eine Frist bis zum 27. Juli 2026, um einen neuen Kandidaten zu wählen, der bei den Parlamentswahlen am 3. November gegen Susan Collins antreten wird. Die Wahlen zum US-Senat sind für die Machtbalance in Washington entscheidend.
Vor dieser Kontroverse sah sich Platner mit Fragen zu alten Internetpublikationen und Beschwerden von Ex-Partnerinnen über problematisches Verhalten konfrontiert. Laut Newsweek hatte der Politiker öffentlich über die Schwierigkeiten gesprochen, die er nach seinem Militärdienst durchgemacht hatte, einschließlich posttraumatischer Belastungsstörungen und Problemen im Zusammenhang mit Alkoholkonsum. Er erkannte einige Fehler in seiner Vergangenheit an, lehnte jedoch andere Anschuldigungen entschieden ab.
Alfredo S. Quiroga