10/07/2026 21:45 - Internacionales
Am 9. Juli 2026 versammelten sich Tausende Gläubige in der nordostiranischen Stadt Maschhad, um dem Obersten Führer Ali Khamenei die letzte Ehre zu erweisen. Er war am 28. Februar 2026 im Alter von 86 Jahren bei einem Bombenangriff getötet worden, der den Konflikt auslöste. Seine Beerdigung fand im Schrein des Imam Reza statt, dem heiligsten Ort der schiitischen Muslime im Land, und beendete mehr als dreieinhalb Jahrzehnte seiner Herrschaft.
Die Stimmung während der Zeremonie war extrem angespannt. Laut internationalen Medien verkündete ein riesiges Banner an der Fassade eines Gebäudes: „Wir werden Trump töten“, während ein anderes eine Belohnung von 100 Millionen Dollar für den Tod des US-Präsidenten anbot. Auch Plakate gegen den israelischen Premierminister Benjamin Netanyahu mit der Aufschrift „es wird Blut geben“ wurden gesichtet.
Eines der größten Geheimnisse, die die Islamische Republik in diesem neuen Kapitel umgeben, ist die Figur von Mojtaba Khamenei (56 Jahre), dem Sohn des verstorbenen Führers und seinem im März designierten Nachfolger. Laut Quellen hat Mojtaba Khamenei seit seiner Ernennung keinen öffentlichen Auftritt mehr absolviert.
Während der Trauerfeierlichkeiten löste die Anwesenheit eines Mannes mit verdecktem Gesicht und einer schwarzen Baseballkappe eine intensive Debatte in den sozialen Netzwerken aus, in denen viele spekulierten, ob es sich um den neuen Obersten Führer in Tarnung handelte. Diese Strategie, die oberste Autorität in einen Schleier des Geheimnisses zu hüllen, deutet auf tiefe interne Spaltungen und Sicherheitsbedenken innerhalb des Regimes hin.
Das Begräbnis fand inmitten einer militärischen Eskalation statt. Am 8. Juli 2026 erklärte der US-Präsident Donald Trump, dass der Waffenstillstand mit dem Iran „beendet“ sei, bestätigte jedoch, dass die Gespräche fortgesetzt werden. Dieser Bruch erfolgte nach einem Austausch von Bombardements vor dem Hintergrund der Kontrolle über die strategisch wichtige Straße von Hormuz. Die USA bombardierten als Reaktion auf die Angriffe auf Schiffe 90 Ziele im Iran.
Darüber hinaus verhängte die Trump-Regierung neue Sanktionen gegen iranische Finanzvermittler und Wechselstuben, die jährlich Milliarden von Dollar bewegen. Der wichtigste iranische Verhandler, Mohammad Bagher Ghalibaf, erklärte hingegen, Teheran bleibe „misstrauisch“ und sei auf eine „totale Verteidigung“ vorbereitet, falls Washington das Memorandum verletze.
Trotz der Spannungen gibt es aktive internationale Bemühungen, einen groß angelegten Krieg zu verhindern. Unterhändler aus Katar und Pakistan sind in den Iran gereist, um zu vermitteln und die Spannungen abzubauen, in Koordination mit den Vereinigten Staaten. Es wird erwartet, dass der iranische Außenminister Abbas Araghchi an diesem Wochenende nach Oman reist, um über die Verwaltung der Straße von Hormuz zu sprechen.
US-Beamte wiesen darauf hin, dass die aktuelle Strategie darin besteht, gezielte Angriffe gefolgt von Pausen durchzuführen, um eine Eskalation zu vermeiden und der Diplomatie ihren Lauf zu lassen. Die internationale Gemeinschaft hegt die Hoffnung, dass die rationaleren Fraktionen innerhalb der iranischen Führung die Oberhand gewinnen und die Stabilität in der Region wiederherstellen können.
Quellen: CNN en Español, DW.
Alfredo S. Quiroga