11/07/2026 18:12 - Judiciales
Die Staatsanwältin von Pichanal, María Sofía Fuentes, hat vorläufige Anklage gegen vier Führungskräfte und Verantwortliche des Unternehmens Aguas del Norte erhoben. Sie werden als mutmaßliche Täter des Verbrechens der fahrlässigen Tötung durch Unterlassung und Missachtung von Vorschriften zum Nachteil zweier verstorbener Arbeiter sowie der schweren Körperverletzung unter derselben Qualifikation zum Nachteil eines dritten Arbeiters, der überlebte, untersucht.
Das tragische Ereignis ereignete sich am vergangenen 5. Mai 2026 in Rivadavia Banda Sur, einer Stadt in der Provinz Salta im Nordwesten Argentiniens. Eine Arbeitsmannschaft führte Wartungsarbeiten am lokalen Abwassersystem durch. Nach dem Austausch einer Pumpe und der Feststellung, dass eine Verstopfung weiterhin bestand, stiegen drei Arbeiter in einen Schacht von etwa sieben Metern Tiefe hinab. Beim Betreten des engen Raumes ohne angemessene Ausrüstung verloren sie schnell das Bewusstsein. Zwei von ihnen starben, der dritte konnte mit schweren Verletzungen gerettet werden.
Quellen wie Infobae und La Voz zufolge wurden die Anklagen wie folgt aufgeteilt:
Autopsien bestätigten, dass die Opfer durch toxische Erstickung starben. Toxikologische Untersuchungen fanden Schwefelwasserstoff, ein extrem tödliches Gas, das sich oft in Abwasserleitungen ansammelt.
Diese Verbindung kann in engen Räumen innerhalb von Sekunden zur Bewusstlosigkeit und zum Tod führen, genau wie es wenige Minuten nach dem Einstieg der Arbeiter geschah.
Die Opfer wurden als Emanuel Aguirre, 24 Jahre alt, und Raúl Torres, Vater von vier Kindern, beide aus dem Viertel La Unión, identifiziert. Aguirre starb am Unfallort, während Torres gegen 21:30 Uhr auf dem Weg ins Krankenhaus San Ramón de la Nueva Orán verstarb.
"Mein Sohn wurde gezwungen hineinzugehen, er bekam den Befehl. Wir werden herausfinden, wer es war. Er ging als Erster hinein und brach zusammen. Dann ging Raúl Torres hinein, um ihn zu retten, und starb ebenfalls (...) Das Unternehmen interessiert nur das Geldverdienen, nicht das Leben seiner Arbeiter."
Laut der von Gente de Salta detailliert beschriebenen gerichtlichen Untersuchung verfügte die Arbeitsmannschaft über keine Gasmelder, keine autonomen Atemgeräte, keine Gurte, keine Lebenslinien und keine Rettungsgeräte. Darüber hinaus fehlte ihnen die spezifische Schulung für diese Art von Hochrisikoarbeiten.
Alfredo S. Quiroga