13/07/2026 12:29 - Deportes
Die Vorfreude auf das Halbfinale zwischen Frankreich und Spanien bei der WM 2026 wurde durch xenophobe Äußerungen überschattet. Der ehemalige spanische Ministerpräsident Mariano Rajoy veröffentlichte am 10. Juli 2026 einen Leitartikel in der Zeitung El Debate, in dem er die französische Nationalmannschaft analysierte und behauptete, sie verfüge über ein sehr hohes Niveau, jedoch ohne Franzosen.
Die Reaktion ließ nicht lange auf sich warten und zog Kritik aus dem gesamten politischen Spektrum Frankreichs und Spaniens nach sich. Der französische Innenminister Laurent Nuñez nannte die Worte absolut inakzeptabel und bedauerte, dass sie rassistische Angriffe auf die Spieler schüren. Die für die Frankophonie zuständige Ministerin Éléonore Caroit war unmissverständlich: Alle Spieler der französischen Mannschaft sind Franzosen. Punkt.
Der spanische Ministerpräsident Pedro Sánchez verurteilte die Aussage in den sozialen Netzwerken. Spanien gehört denen, die es lieben und dafür arbeiten. Nicht denen, die es mit xenophoben Äußerungen beschämen. Frankreich, wir sehen uns im Halbfinale. Möge der Beste gewinnen und der Rassismus verlieren, schrieb Sánchez. Außenminister José Manuel Albares bezeichnete den Kommentar als verletzend und gefährlich.
Die französische Botschaft in Madrid reagierte mit einer aufschlussreichen Zahl: Von den 26 von Didier Deschamps berufenen Spielern wurden 23 in Frankreich geboren. Die drei im Ausland geborenen Spieler (Michael Olise, Marcus Thuram und Brice Samba) besitzen ebenfalls die französische Staatsbürgerschaft. Diese Debatte über nationale Identität und Einwanderung im französischen Fußball ist nicht neu; sie gewann bereits nach dem WM-Titel 1998 an Bedeutung, als rechtsextreme Kreise die Repräsentativität des Teams in Frage stellten.
Die Kontroverse entsteht kurz vor dem entscheidenden Spiel am Dienstag, 14. Juli 2026, in dem Frankreich und Spanien um den Einzug ins Finale kämpfen. Der Sieger dieser Begegnung trifft auf den Sieger des Spiels zwischen Argentinien und England, das am 15. Juli 2026 in Atlanta ausgetragen wird. Trotz der Kontroverse bleibt der sportliche Geist und die Einigung über Hautfarbe und Herkunft hinaus die große Botschaft der Hoffnung dieser WM.
Alfredo S. Quiroga