01/08/2026 09:25 - Actualidad
Der 1. August 2026 ist ein Meilenstein für die Bewohner von Comodoro Rivadavia, einer Stadt im argentinischen Patagonien. Nach mehr als zwanzig Jahren unter der Konzession von Patagonia Argentina erlebt die Stadt eine komplette Transformation ihres öffentlichen Nahverkehrs durch SolBus (Gruppe MR). Die offizielle Vergabe erfolgte am 25. März 2026 durch Bürgermeister Othar Macharashvili und sieht einen 10-Jahres-Vertrag zur Modernisierung des Systems vor.
Dieser Übergang brachte zwar politische, administrative und gewerkschaftliche Herausforderungen mit sich (insbesondere mit der Gewerkschaft Unión Tranviaria Automotor, UTA), sicherte aber letztlich die Arbeitsplätze der Fahrer. Am 31. Juli 2026 besuchte der Bürgermeister persönlich die neue Betriebsbasis im Stadtteil Industrial, inspizierte die Fahrzeuge und sprach mit den Mitarbeitern, um einen geordneten Start zu gewährleisten.
Ein zentrales Versprechen von SolBus wird mit der Einführung von 95 Neufahrzeugen Wirklichkeit. Diese modernen Busse sind mit Klimaanlage, Heizung und WLAN ausgestattet, zudem verfügen sie über Rampen für Menschen mit eingeschränkter Mobilität. Die Einwohner, die im Winter oft mit Minusgraden und Frost zu kämpfen haben, erhoffen sich von dieser Modernisierung eine deutlich verbesserte Reiseerfahrung und kürzere Wartezeiten.
Um die Umstellung auf die neuen Routen zu erleichtern, haben SolBus und die Stadtverwaltung eine interaktive digitale Plattform vorgestellt. Sie ist seit Freitagabend, dem 31. Juli, verfügbar und ermöglicht es den Nutzern, den genauen Verlauf der 23 Linien des neuen Systems einzusehen.
Die Plattform ist über das Web zugänglich und erlaubt die Anmeldung mit einem Google-Konto oder als Gast. Folgende Informationen sind abrufbar:
In den kommenden Tagen soll das System um Echtzeit-Standortdaten (GPS), Fahrplanzeiten und Angaben zu den Haltestellen (Unterstand, Schild oder Mast) erweitert werden. Sie können die Karte von jedem internetfähigen Gerät aus aufrufen.
Laut lokalen Medienberichten sind die Nutzer gespannt auf den Start des Dienstes. Einige äußerten Bedenken hinsichtlich des möglichen Fahrpreises, da Gerüchte über 2.500 argentinische Pesos (etwa 2,50 US-Dollar zum damaligen Kurs) kursierten. Dennoch überwiegt die Hoffnung auf bessere Taktfrequenzen, insbesondere an Wochenenden, und auf beheizte Busse, die den winterlichen Aufenthalt an den Haltestellen erträglicher machen.
Dieser Artikel basiert auf Berichten von ADNSUR, Diario Crónica und El Patagónico.
Alfredo S. Quiroga