01/08/2026 13:51 - Entretenimiento
Am 1. August 2026 wurde die bekannte britische Kette Marks & Spencer (M&S) zum Trendthema, als sie ankündigte, auf ihrer Plattform ein Dreierset „schlüpferloser“ Spitzen-BHs der Marke Ann Summers zum Preis von 20 Pfund zu verkaufen.
Laut The Guardian löste die Nachricht einen Sturm in den sozialen Medien aus. Während einige Nutzer das Produkt als „vulgär“ bezeichneten oder es mit sadomasochistischen Praktiken verglichen, verteidigten andere das Geschäft mit dem Argument, es bediene einfach alle Geschmäcker. Die Einzelhandelsberaterin Catherine Shuttleworth, Geschäftsführerin von Savvy, bezeichnete den Schritt als meisterhaften Schachzug: „Es spielt keine Rolle, ob diese BHs verkauft werden oder nicht – alle reden darüber. Die Leute werden die Website besuchen, um sie zu sehen, und am Ende denken, dass sie ihre Unterwäsche auffrischen müssen.“
Shuttleworth erklärt, dass M&S eine „nationale Obsession“ im Vereinigten Königreich sei, aber versuche, seine Kundschaft zu verjüngen. Im Jahr 2024 berichtete der Einzelhändler, dass Personen unter 30 Jahren ein Drittel der Unterwäscheverkäufe ausmachten – doppelt so viel wie 2023. Die Einführung von Ann Summers – einem Synonym für Erotik im Land – wird als Möglichkeit gesehen, das Interesse dieser neuen Generation zu erhalten, die die Marke nicht mehr als traditionell wahrnimmt.
Trotz des Aufruhrs veröffentlichte das Magazin Good Housekeeping am 31. Juli 2026 eine Studie über die wahren Vorlieben des weiblichen Publikums. In seinem historischen Unterwäsche-Test gewann die Marke Stripe & Stare (90/100) dank ihres 7 cm breiten Zwickels, der Komfort garantiert. Interessanterweise erzielten die hohen Baumwoll-Shorts von M&S solide 86/100 und einen sehr erschwinglichen Preis von 8 Pfund für ein Dreierset. Die Schlussfolgerung: Frauen legen mehr Wert auf Komfort und Weite als auf kurzlebige Moden.
Lorraine Topper, Forscherin am Underpinnings Museum, ordnete die Debatte ein und versicherte, dass „es ein Aufstand um nichts“ sei. Offene Unterwäsche war vor den 1920er Jahren die Norm, und M&S ist stets den Trends gefolgt – von voreingeschrumpfter Kleidung im Jahr 1965 bis zum Aufkommen des Tangas in den 2000er Jahren.
Über die Kontroverse hinaus hat M&S ein starkes Engagement für inklusive und funktionale Mode gezeigt. Im August 2024 wurde das Geschäft zum ersten Einzelhändler auf der britischen High Street, der Unterhosen für Menschen mit Stomabeuteln verkaufte. Mit einem Design, das Innentaschen und breite, stützende Taillenbänder umfasst, kosten diese Kleidungsstücke (entwickelt von der M&S-Mitarbeiterin Jiggy Sohi, die selbst ein Stoma trägt) 18 Pfund für ein Dreierset – viel weniger als Optionen in Fachgeschäften (etwa 14 Pfund für ein einzelnes Stück) – und ermöglichen Tausenden von Menschen, ihre Würde und ihren Stil zurückzugewinnen.
Alfredo S. Quiroga