Die erschütternde Warnung, die den Mord in Chaco ankündigte
Die Ermittlungen zum Mord an Matías Julián Álvarez Guardia (29), der sich am 2. August 2026 in Resistencia, Provinz Chaco, ereignete, haben eine neue Wendung genommen. Veröffentlichte Audio- und Chatnachrichten, die das Opfer an Freunde sandte, dokumentieren mutmaßliche Gewaltepisoden, die es durch seine Freundin Victoria Luz Cantero (25) erlitt. Cantero ist derzeit wegen des Verbrechens angeklagt.
Die Prophezeiung, die wahr wurde
Unter den Beweisen, die nun kursieren und möglicherweise in die Akte aufgenommen werden, sticht eine Nachricht eines Freundes des Opfers hervor, die Monate vor der Tat verschickt wurde. In dem Gespräch warnte der Freund vor der Gefahr der Beziehung: „Diese Frau wird dich noch erstechen, Kumpel“. Der Satz erhielt nach dem tragischen Ausgang eine erschütternde Bedeutung, denn Álvarez Guardia starb an einem Messerstich in den Hals, der Arterien und Venen durchtrennte, wie die Staatsanwaltschaft mitteilte.
Audios und Chats: Der Bericht über die Misshandlungen
Laut lokalen Medien wie Infobae und Diario El Sol zeigen die Sprachnachrichten einen jungen Mann, der sich seinem Umfeld anvertraute. In einer Nachricht erzählte Álvarez Guardia, dass Cantero die Scheiben seines Pickups eingeschlagen und ihn nach einer Auseinandersetzung eingesperrt hatte, nachdem sie ihm die Schlüssel abgenommen hatte.
„Das mit dem Pickup ist das geringste Problem. Es ist alles, was sie mir angetan hat“, berichtete das Opfer. Es gab auch an, dass die junge Frau ihm eine Kette zerrissen hatte, während sie an ihm zerrte. Zudem beschrieb er eine starke Kontrolle über sein Handy und seine sozialen Medien und erwähnte, dass Cantero ohne sein Einverständnis sein Profilbild durch ein gemeinsames Foto ersetzt hatte.
Die Situation war so eskaliert, dass der junge Mann zugab, gewalttätiges Verhalten während der zweieinhalbjährigen Beziehung normalisiert zu haben. „Ich ging zum Psychologen, und selbst er sagte mir, ich solle da raus. Dass ich keine Schuld habe, und schau, wie es endete“, gestand Matías in einem weiteren Gespräch. Er erkannte, dass Eifersucht und Kontrolle ihn dazu gebracht hatten, sich von seinen Freunden zu isolieren.
Forderung nach Gerechtigkeit und Fortgang des Verfahrens
Die Familie des Opfers, vertreten durch Anwalt Juan Arregin, kündigte an, die Abberufung der Staatsanwältin Ana González de Pacce von dem Fall zu beantragen. Grund sei ein angeblicher Verlust der Objektivität, da sie die Tat während einer Pressekonferenz als „Streit“ bezeichnet habe und die Opfer nicht über das Verfahren informiert habe.
Die Staatsanwaltschaft sammelt weiterhin Beweise. Ein Messer vom Typ Tramontina mit schwarzem Griff wurde sichergestellt und wird untersucht. Zudem werden Überwachungskameras des Hauses und eines Nachbargebäudes ausgewertet. Ein wichtiger Zeuge ist der Bruder der Angeklagten, Facundo Cantero, der am Tag des Verbrechens gegen 6 Uhr morgens einen Anruf erhielt und den tödlichen Streit mithörte.
Victoria Luz Cantero bleibt in Untersuchungshaft und ist wegen vorsätzlichen Totschlags in Verbindung mit der Beziehung angeklagt. Die Justiz arbeitet weiter daran, die Einzelheiten dieser tragischen Tat aufzuklären, die die Provinz Chaco erschüttert hat.
Hintergrund: Gewalt gegen Männer in Argentinien
Obwohl die meisten Fälle von geschlechtsspezifischer Gewalt in Argentinien Frauen betreffen, gibt es auch Fälle, in denen Männer Opfer werden. Die Provinz Chaco im Norden Argentiniens verzeichnet eine der höchsten Raten an Gewaltverbrechen. Resistencia, die Hauptstadt der Provinz, ist eine Stadt mit rund 300.000 Einwohnern. Der Fall Álvarez Guardia hat landesweit Debatten über häusliche Gewalt und die Notwendigkeit von Schutzmechanismen für alle Geschlechter ausgelöst.