Ein heftiger Schneesturm und ein Massenunfall haben am 9. August 2026 zwei Busfahrer und einen Koordinator der Firma Sol Bus in den argentinischen Anden eingeschlossen. Während die Passagiere rechtzeitig evakuiert wurden, überlebten die Männer die Nacht bei minus 20 Grad, indem sie den Motor laufen ließen. Die Straße bleibt gesperrt.

Ein Winterwochenende wird zum Notfall

Am Sonntag, den 9. August 2026, verwandelte sich ein heftiger Schneesturm in ein Drama auf der Provinzstraße 222 (RP 222) in der Provinz Mendoza, Argentinien. Die Straße führt zum bekannten Skigebiet Las Leñas – ein beliebtes Ziel für Wintersportler aus aller Welt. Gegen 19:00 Uhr blieben zwei Busse der Firma Sol Bus in der Gegend von Cuesta del Infernillo und Cañada Ancha stecken, nachdem ein Massenunfall die Fahrbahn blockierte.

Die Firma reagierte schnell: Alle Passagiere wurden noch am selben Abend nach Mendoza und San Luis gebracht, bevor die Schneemassen sich in gefährliches Eis verwandelten. Doch zwei Fahrer und ein Koordinator mussten zurückbleiben, um die Fahrzeuge zu sichern – und wurden dann von der Natur überrascht.

Überleben in der Eiseskälte

Felipe, einer der Fahrer, berichtete lokalen Medien: „Der Bus rutschte plötzlich los, während wir die Schneeketten anlegen wollten. Er glitt etwa 30 Meter abwärts. Wir hatten große Angst um die Menschen an Bord.“

Um die eisige Nacht zu überstehen, starteten die Männer immer wieder den Motor des Busses, um die Heizung zu betreiben und sich vor dem Erfrieren zu schützen. Sie hielten Kontakt zur Außenwelt über das WLAN-Fahrzeugnetz. Verónica Escudero, Koordinatorin von Sol Bus, kritisierte die ausbleibende Hilfe: „Die Straßenverwaltung antwortet nicht – es geht um das Leben von zwei Kollegen.“ Später wurde der dritte Mann, der Koordinator, evakuiert.

RP 222 komplett gesperrt

Die Straßenverwaltung von Mendoza (Vialidad) verhängte eine totale und temporäre Sperrung des Aufstiegs zu den Orten Los Molles und Las Leñas. Grund sind Eisglätte und der Massenunfall. Ein Wiederöffnungstermin steht noch nicht fest.

Wetterwarnung

Der nationale Wetterdienst (SMN) gab eine gelbe Warnung für Schneefall und extreme Kälte für Montag, den 10. August, heraus. Erwartet werden 15 bis 25 cm Neuschnee und Südwinde.

Auch Paso Cristo Redentor geschlossen

Die Lage auf der RP 222 ist Teil einer größeren Wetterlage in den Anden. Der Grenzübergang Paso Cristo Redentor (wichtige Verbindung nach Chile) bleibt wegen Windgeschwindigkeiten von 100 bis 160 km/h und starkem Schneefall geschlossen. Die Behörden raten dringend von Reisen in die Hochgebirgsregion ab.

Auswirkungen auf Schulen und Empfehlungen

Wegen der extremen Kälte hat die Bildungsbehörde DGE den Präsenzunterricht am Montagmorgen (10. August) in den Bezirken Tunuyán, Tupungato, San Carlos, Malargüe, San Rafael, Cacheuta, Potrerillos, Uspallata und Alta Montaña ausgesetzt. Der Unterricht wird online über die Plattform „Escuela Digital Mendoza“ fortgesetzt.

Wichtige Hinweise für Autofahrer

  • Schneeketten sind Pflicht: Auf der RP 222 und allen Gebirgsstraßen während der gesamten Wintersaison.
  • Hinweisschilder beachten: Nicht Richtung Las Leñas fahren, solange die Sperrung gilt.
  • Offizielle Informationen: Vor jeder Fahrt in die Berge die aktuellen Meldungen von Vialidad prüfen.

Quellen: Cadena 3, Los Andes und Diario Mendoza.