Die argentinische Regierung hat am 3. August 2026 das Dekret 697/2026 veröffentlicht, das alle Lebensmittelregistrierungen beim SENASA bündelt. Damit entfallen doppelte Anträge, bestehende Zulassungen bleiben gültig, und der Lebensmittel-Hygienepass wird unbefristet. Ein Schritt zur Entbürokratisierung, der Produzenten und Verbrauchern zugutekommt.

In Argentinien wurde ein bedeutendes Dekret zur Vereinfachung der Lebensmittelkontrolle erlassen. Das Dekret 697/2026, unterzeichnet von Präsident Javier Milei, Kabinettschef Diego Santilli, Wirtschaftsminister Luis Caputo und Gesundheitsminister Mario Lugones, wurde am 3. August 2026 im offiziellen Amtsblatt veröffentlicht. Der Minister für Deregulierung und Staatsumbau, Federico Sturzenegger, kündigte die Maßnahme auf seiner X-Account an.

Was ändert sich?

Bisher mussten Lebensmittelhersteller je nach Produktart (pflanzlich, tierisch, Öle, Milchprodukte usw.) verschiedene Behörden durchlaufen. Das führte zu doppelten Registrierungen und langen Wartezeiten. Mit dem neuen Dekret wird der SENASA (Servicio Nacional de Sanidad y Calidad Agroalimentaria) zur zentralen Anlaufstelle für alle Lebensmittelregistrierungen. Das bedeutet:

  • Eine einzige Registrierung für Produkte und Betriebe auf nationaler Ebene.
  • Eine gemeinsame Datenbank für Kontrollen und Abfragen.
  • Ein einziges Portal für Genehmigungen und Verlängerungen.
  • Die gesundheitlichen Kriterien bleiben beim Gesundheitsministerium, aber die Verwaltung wird zentralisiert.

Wichtig: Alle bestehenden Zulassungen bleiben gültig – niemand muss sich neu registrieren oder erneut Gebühren zahlen.

Zwei konkrete Erleichterungen

1. Zusatzstoffe aus dem Ausland

Bisher durften in den USA oder der EU zugelassene Zusatzstoffe, Verarbeitungshilfen oder Zutaten nicht von der heimischen Industrie verwendet werden, bis sie in den argentinischen Lebensmittelkodex aufgenommen wurden. Gleichzeitig konnten importierte Fertigprodukte mit genau diesen Stoffen problemlos ins Land gelangen (gemäß Dekret 35/25). Diese Ungleichheit wird nun beseitigt – alles fällt unter das Regime der hohen Überwachung.

2. Unbefristeter Hygieneausweis

Der sogenannte „Carnet de manipulación de alimentos“ – ein Pflichtausweis für alle, die beruflich mit Lebensmitteln umgehen (Köche, Kellner, Bäckereifachkräfte) – verliert sein Ablaufdatum. Wer den Ausweis einmal erworben hat, muss ihn nie wieder verlängern oder bezahlen. Das spart Zeit und Geld.

Bleiben die Hygienestandards erhalten?

Minister Sturzenegger betonte ausdrücklich: „Kein einziger Hygienestandard wird gesenkt.“ Alle Verbote und Höchstmengen im Lebensmittelkodex bleiben vollständig in Kraft. Die Reform zielt nur auf Verwaltungsvereinfachung, nicht auf Lockerung der Kontrollen.

Wer steckt dahinter?

Sturzenegger dankte den Teams des SENASA (insbesondere Pilu Giraudo, Martin Fernandez und Paula Gabrielli), des Wirtschaftsministeriums, der ANMAT (mit Luis Fontana, Saúl Flores und Florencia Colacilli), des Gesundheitsministeriums und des Deregulierungsministeriums (mit Maximiliano Fariña, Alejandro Cacace, Brenda Padilla und Camila Riancho). Auch die Rechts- und Techniksekretärin María Ibarzabal wurde erwähnt.

Das Dekret ist Teil der umfassenden Deregulierungsagenda der Regierung Milei, die bereits das Gesetz über angereicherte Mehle aufgehoben und die RNPA-Pflicht für Lebensmittel aus Ländern mit hoher Überwachung abgeschafft hat.

Weitere Details finden Sie in der offiziellen Ankündigung auf dem X-Kanal von Federico Sturzenegger.